Vogelgrippe H7N9:Warum Experten alarmiert sind

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Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die chinesischen Behörden stellten hunderte Menschen unter Beobachtung, die in Kontakt zu den Infizierten standen. Bisher ist keiner erkrankt.

A boy looks at pigeons at a public park in People Square, downtown Shanghai

Die Schutzmasken sind zurück in China. Mit ihnen wollen Einwohner eine Infektion mit H7N9 vermeiden.

(Foto: REUTERS)

Wie schütze ich mich?

Eine Impfung gibt es derzeit nicht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht jedoch keine Notwendigkeit, Reisen nach China einzuschränken. Auch Temperaturkontrollen an Flughäfen oder Grenzen seien unnötig. Reisende sollten allerdings Kontakt zu Vögeln meiden und zum Beispiel keine Geflügelmärkte aufsuchen. Es ist nach Angaben der WHO ungefährlich, gut durchgegartes Fleisch gesunder Vögel zu essen. Normalerweise überleben solche Grippeviren Temperaturen von über 70 Grad Celsius nicht. Ansonsten gelten die üblichen Hygieneregeln: häufiges gründliches Händewaschen vor allem vor dem Essen.

Was sind die Symptome der Infektion?

Die meisten Patienten leiden unter einer schweren Lungenentzündung. Sie macht sich durch Fieber, Husten und Schwierigkeiten beim Atmen bemerkbar. "Die Krankheit ist sehr ernst", sagte WHO-Vertreter Michael O'Leary.

Was hilft im Falle einer Erkrankung?

Grippe-Infektionen können mit den Medikamenten Tamiflu (Oseltamivir) oder Relenza (Zanamivir) behandelt werden. Bei Infektionen mit H5N1 sind sie laut WHO effektiv, wenn sie gleich zu Beginn der Erkrankung eingenommen wurde. Ob sie auch bei der neuen Virenkombination H7N9 anschlagen würden, ist noch nicht klar. Tamiflu ist jedoch umstritten, weil der Hersteller bislang nicht alle Forschungsdaten herausgegeben hat.

Wie gefährlich ist das Virus?

Da das Virus offenbar nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird, ist derzeit nicht mit einer Pandemie zu rechnen. Das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und Kontrolle (ECDC) schätzt das Risiko einer Verbreitung in Europa gegenwärtig als gering ein. Es schließt jedoch nicht aus, dass das Virus in Einzelfällen durch Reisende eingeschleppt wird.

Warum sind Behörden dann alarmiert?

"Wir sind beunruhigt über das plötzliche Auftreten dieser Infektionen und die potenzielle Bedrohung für die Bevölkerung", schrieben die Forscher im renommierte Fachblatt New England Journal of Medicine.

Viren verändern sich ständig - unter Umständen auch zum Nachteil des Menschen. Theoretisch könnten Mutationen dem aggressiven Virus ermöglichen, sich leichter unter Menschen zu verbreiten. Das Risiko von solchen Veränderungen ist größer, wenn viele Tiere und Menschen auf engem Raum zusammenkommen. In Chinas gigantischer Geflügelzucht und auf den Fleischmärkten sind solche Bedingungen gegeben. Beunruhigend ist auch, dass die Infektionen in weit von einander entfernten Regionen auftraten. Das deutet darauf hin, dass sich das Virus bereits großflächig verbreitet hat.

Ist China der Situation gewachsen?

Zunächst hatte es Versunsicherung darüber gegeben, dass die ersten Patienten schon Anfang März starben, die Behörden aber erst Ende März darüber berichteten. Doch bislang zeigt sich die WHO zufrieden mit den chinesischen Reaktionen auf die Infektionen. Es sei erst Ende März sicher gewesen, um welchen Erreger es sich handele, hatte die WHO China verteidigt. China hat aus Sars gelernt, ist immer wieder von der Organisation zu hören. Damals hatte China zu langsam auf die neue Krankheit reagiert. Sie konnte sich rasant auch in etlichen anderen Ländern verbreiten.

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