Verbraucherschutz in Europa Gefährliches Spielzeug

Erstickungsgefahr, giftige Chemikalien, Stromschläge: Verbraucherschützer haben 2012 europaweit mehr als 2000 gesundheitsgefährdende Artikel aus dem Verkehr gezogen. Mehr als die Hälfte der Risikoprodukte waren Spielwaren und Kleidungsstücke.

Verbraucherschützer entdecken in Europa immer öfter gefährliche Produkte. Die Kontrolleure meldeten im vergangenen Jahr 2278 Konsumgüter, die die Gesundheit gefährden - das waren 26 Prozent mehr als 2011, wie die EU-Kommission am Donnerstag in ihrem "Rapex"-Bericht mitteilte. Damit erreichte die Anzahl entdeckter Risikoprodukte in etwa den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2010.

Eine Puppe aus giftigem Kunsstoff, die offenbar auch leicht kaputt geht: eines von mehr als 2000 gefährlichen Produkten, die 2012 gefunden wurden.

(Foto: dpa)

Mehr als die Hälfte aller beanstandeten Produkte waren entweder ein Kleidungsstück oder ein Spielzeug.

Von jedem vierten der über 2000 gelisteten Artikel ging laut Kommission eine Verletzungsgefahr aus. Ein weiteres Viertel dieser Produkte barg das Risiko, dass Kinder daran ersticken oder stranguliert werden könnten. 18 Prozent der beanstandeten Artikel enthielten giftige Chemikalien. 13 Prozent waren Elektroartikel, die Stromschläge versetzen könnten. Insgesamt wurden 85 Prozent der gelisteten Güter als "ernsthaft gesundheitsgefährdend" eingestuft.

Mehr als die Hälfte dieser Gegenstände stammt aus China. Der Anteil der chinesischen Güter auf der Rapex-Liste ist seit Jahren konstant hoch, was vor allem daran liegt, dass ein Großteil der in Europa importierten Artikel aus chinesischen Fabriken stammt. Doch auch vor Ort werden risikobehaftete Artikel produziert: 330 in Europa hergestellte Artikel finden sich auf der Liste, darunter 60 aus Deutschland. Nach Herstellungsländern aufgelistet steht die Bundesrepublik damit auf Platz eins in Europa.

Verbraucherkommissar Tonio Borg führt die Zunahme gelisteter Produkte vor allem auf die stärkere Überwachung durch die einzelnen Länderbehörden zurück. "Die Ergebnisse für das Jahr 2012 zeugen von einer erhöhten Wachsamkeit, aber wir müssen weiter nach Verbesserungen streben", erklärte Borg.

Über die Datenbank Rapex warnen sich die EU-Staaten gegenseitig vor gesundheitsgefährdenden Produkten. Auf diese Weise sollen die Gegenstände schnell aus dem Handel verschwinden. Rapex umfasst Konsumgüter mit Ausnahme von Lebensmitteln und Medikamenten.