UV-Strahlung Krebsgefahr von links

Sieht lässig aus, kann aber Hautkrebs verursachen.

(Foto: dpa)

Eine Studie zeigt: Seitenfenster im Auto schützen nicht genug vor UV-Strahlung. Ist das der Grund, warum Hautkrebs öfter links auftritt?

Von Werner Bartens

Den Ellbogen aus dem Autofenster zu lehnen, sieht lässig aus, kann aber zu fiesen Abschürfungen führen. Ungemach droht jedoch auch bei geschlossenem Seitenfenster. Offenbar ist UV-Schutz im Auto nämlich nur durch die Frontscheibe gewährleistet. Schädliche Strahlen können die Seitenscheiben hingegen leichter durchdringen und auf diese Weise womöglich Hautkrebs und Linsentrübung auslösen. Brian Boxer Wachler zeigt im Fachblatt JAMA Ophthalmology (online) die drohende Gefahr.

Demnach schützt die Frontscheibe zu 96 Prozent und damit fast vollständig vor schädlicher UV-A-Strahlung. Hierfür ist laminiertes, splitterfestes Glas vorgeschrieben. Bei 29 untersuchten Modellen ergab sich hingegen bei den Seitenscheiben nur ein UV-Schutz von durchschnittlich 71 Prozent. Ärzte beobachten seit Längerem, dass Hautkrebs und die als Grauer Star oder Katarakt bezeichnete Linsentrübung vermehrt auf der linken Seite des Gesichts vorkommen. Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, exponiert seine linke Körperhälfte stärker der Sonne und könnte deshalb ein erhöhtes Risiko aufweisen. "Hersteller sollten darüber nachdenken, den UV-A-Schutz in den Seitenscheiben ihrer Modelle zu erhöhen", sagt Boxer Wachler.

Sonnencreme wäre eine Lösung des Problems

Der Autor hat an einem wolkenlosen Tag mit seiner Tochter diverse Autohändler in Los Angeles besucht und mit einem handelsüblichen UV-A-Messgerät die Einstrahlung außerhalb der Autos und im Innenraum vor den verschiedenen Fenstern gemessen. Den besten UV-A-Schutz fand der Autor mit 92 bis 96 Prozent bei neueren Modellen von Lexus und Mercedes.

Porsche und BMW schnitten mit 55 und 56 Prozent schlechter ab als ein Buick aus dem Jahr 1990. "Es kommt auf das Modell an und darauf, welches Glas die Hersteller verwendet haben", sagt Boxer Wachler. "Das wechselt, und hier wären verbindliche Regeln sicher sinnvoll."

Getönte Scheiben boten nicht automatisch mehr Schutz, und weder ein höherer Preis noch die edlere Marke gingen mit einer besseren UV-A-Blockierung einher, auch wenn die Stichprobe klein und fehleranfällig ist. "Wir sollten Patienten jedoch davor warnen, das Risiko während langer Fahrten zu unterschätzen", sagt die Augenärztin Jayne Weiss von der Louisiana State University. Sitzen Kinder oder andere Beifahrer auf dem Rücksitz, könne man sie mit Sonnencreme schützen, wenn sich die Reise hinzieht.

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