Rostock (dpa/mv) - Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) hat im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro für gesundheitliche und soziale Belange ausgegeben. „Das sind noch einmal rund 125 Millionen Euro mehr als im Vorjahr“, sagte Gesundheits- und Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Montag bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2022 in Rostock. Der Gesamtumsatz habe bei 1,25 Milliarden Euro gelegen. Rund ein Viertel der Mittel kamen vom Bund und der EU.
Das Lagus mit 574 Beschäftigten an sechs Standorten ist eine der Mega-Behörden in MV, die 2022 nicht mehr voll im Corona-Modus war, aber alle Hände voll zu tun hatte.
Quarantäneentschädigungen
Die Bearbeitung von Corona-Quarantäneentschädigungen für Unternehmen hat sich in Mecklenburg-Vorpommern deutlich beschleunigt. „Der Antragsstau ist aufgelöst“, sagte Drese. Lagus-Direktor Heiko Will rechnete vor, dass 85.000 Beschäftigte in MV eine Quarantäneanordnung erhalten hätten und damit rund zwölf Prozent der Beschäftigen im Nordosten. Die Kritik an der zu langsamen Antragsbearbeitung sei berechtigt gewesen. Daraus habe man gelernt. Die Verwaltung arbeite mit Arbeitgebern in gutem Austausch, was man auch an der außergewöhnlich niedrigen Widerspruchsquote von unter einem Prozent sehe. Die Klagequote gegen Entscheidungen liege sogar nur bei 0,01 Prozent.
Platz eins bei Schwerbehinderten-Quote
Insgesamt bearbeitete das Lagus 46 800 Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht. 228 000 Menschen und damit 14,15 Prozent seien schwerbehindert in MV. „Damit liegen wir deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt, der etwas über 10 Prozent liegt“, so Will. MV belege inzwischen Platz eins in der Schwerbehindertenquote unter den Ländern. Das Lagus habe dafür keine gute oder gar wissenschaftliche Analyse. Eine Erklärung könne das Alter sein, aber es könne auch einen Zusammenhang zu Ernährungsweise, Alkohol- oder Nikotinkonsum geben.
Arbeitsunfälle
2022 starben sieben Menschen bei Arbeitsunfällen in Nordosten, 50 erlitten besonders schwere Verletzungen.
Kinderwunschbehandlungen
Das Lagus gewährte im vergangenen Jahr 476 Paaren mit Kinderwunsch eine Förderung (2021: 395). Zuwendungen sind möglich, wenn das Alter der Frau zwischen 25 bis 40 Jahren und das des Mannes zwischen 25 und 50 Jahren liegt. Beide müssen ihren Wohnsitz in MV haben. Je nach Behandlungszyklus liegen die Höchstförderbeiträge zwischen 800 und 1800 Euro.
Sprengmittel und Munition
Die Behörde überwacht auch Kampfmittelbeseitigungen, den Umgang mit Sprengstoffen sowie mit Pyrotechnik im gewerblichen Bereich. In den nächsten 20 Jahren sollen in MV munitionsbelastete Gebiete vollständig beräumt werden. Deshalb sei zu erwarten, dass Räumungen und damit die sprengstoffrechtliche Überwachung zunehmen werde.
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