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Unnütze Hygienemaßnahmen:Fußduschen und WC-Reiniger

Pflichtschuldig halten viele Schwimmbadbesucher ihre Füße unter den kalten Strahl aus Desinfektionsmittel. Doch: "So wie diese Duschen angewendet werden, haben sie keinen Nutzen", sagt Tabori. Wollte man die Füße ernsthaft desinfizieren, müssten sie vorher abgetrocknet und längere Zeit in der konzentrierten Lösung belassen werden. Das typische Absprühen im Schwimmbad ist zu kurz und ungenau, um Keime sicher zu beseitigen. Dem mangelnden Nutzen steht das Risiko entgegen, dass die Lösung die Haut angreift und allergisierend wirkt.

Die Alternative: Badeschuhe im Schwimmbad schützen besser vor Fußpilz.

WC-Reinigung unter dem Rand

Sie werben damit, Mikroorganismen bis unter den Rand zu vertreiben: WC-Reiniger mit gebogenem Flaschenhals. Tabori hat für diese Erfindung nur ein Wort: "Humbug". Erstens dürften sich unter dem Rand nicht allzu viele Keime ansiedeln, denn bei jedem Spülgang fließen ungefähr neun Liter Wasser dort hinab und reißen viele der Mikroorganismen mit. Und selbst wenn sich dort Bakterien finden sollten: Kaum jemand kommt mit ihnen in Berührung. Welcher normale Mensch greift denn unter diesen Toilettenrand?

Auch alle anderen Desinfektionsmittel für die Toilette hält Tabori für überflüssig. Sollten sie das WC wie versprochen keimfrei machen, müsste man sie konsequenterweise nach jeder Benutzung anwenden. Das aber hat mehr Risiken als Nutzen: Denn die Mittel belasten während ihrer Anwendung die Atemluft und schaden der Umwelt.

Die Alternative: Im Privathaushalt gesunder Menschen reicht es, das WC mit einem umweltverträglichen Reinigungsmittel zu säubern - und sich klarzumachen: Die Toilette ist dazu da, Keime aufzunehmen. Benutzt man sie auf die vorgesehene Weise, gelangen Mikroorganismen nicht wieder in den Körper zurück.

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