Süddeutsche Zeitung

UN-Bericht:Knapp 30 Millionen Menschen leiden an Gesundheitsschäden durch Drogen

  • Die Zahl der Drogenkonsumenten weltweit bleibt extrem hoch: 250 Millionen Menschen greifen zu illegalen Stoffen.
  • Der Weltdrogenbericht der UN zeigt: Knapp 30 Millionen Menschen leiden an den Folgen ihres Drogenkonsums: HIV, Tuberkulose, Hepatitis.
  • Die Märkte boomen weiterhin - eine Änderung ist nicht in Sicht.

Weltweit konsumieren 250 Millionen Menschen harte Drogen, knapp 30 Millionen von ihnen haben schwere Krankheiten wie Hepatitis C, Tuberkulose oder HIV. Das geht aus dem Weltdrogenbericht hervor, den die Vereinten Nationen (UN) am Donnerstag in Wien vorgestellt haben. Mindestens 190 000 Menschen sterben dem Bericht zufolge jedes Jahr vorzeitig an den Folgen ihrer Drogensucht - auch weil sie nicht ausreichend behandelt werden. Etwa zwölf Millionen Drogenkonsumenten weltweit spritzen sich Drogen mit Nadeln in die Blutbahn.

Die UN-Forscher bewerten Opioide und Amphetamine als besonders gefährliche Drogen, die viele Konsumenten in einen Teufelskreis treiben: Sucht, Infektionen, Beschaffungskriminalität. Mit Sorge wird zudem der weltweite Trend um sogenannte neue psychoaktive Substanzen beobachtet. Darunter versteht man zum Beispiel Badesalze und Legal Highs, die oftmals über das Internet vertrieben werden. Der Markt für diese Drogen wächst weltweit. Die Stoffe sind gefährlich, viele Erstkonsumenten unterschätzen die Wirkung. "Es gibt noch viel Arbeit, um die Schäden zu beheben, die Drogen verursachen", sagt Yury Fedotov, Chef des UN-Drogenbüros. Betroffen sei die Gesundheit der Menschen, aber auch die Entwicklung von Staaten, Frieden und Sicherheit, so Fedotov.

Wie viel Arbeit genau, zeigt der aktuelle UN-Bericht mit Blick auf die weltweiten Drogenmärkte. So habe sich das Spektrum an verfügbaren Substanzen in den vergangenen Monaten konstant ausgeweitet. Besonders der Opioid-Markt verändere sich stetig. Neben Heroin werden immer häufiger auch verschreibungspflichtige Medikamente zum Kauf angeboten, die entweder aus dem legalen Pharmamarkt abgezweigt oder gefälscht werden. Nach Angaben der UN nehme der illegale Handel mit Opium und Kokain weiter deutlich zu. So ist nach längerem Rückgang die Anbaufläche für die Koka-Pflanze in Südamerika in den vergangenen Jahren um 30 Prozent gewachsen.

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Quelle:
SZ vom 23.06.2017/fehu
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