Süddeutsche Zeitung

Übergewicht:Schnelles Essen macht Pfunde

Langsam zu speisen, ist offenbar mehr als ein Zeichen von Etikette. Es kann einer neuen Studie nach Übergewicht vorbeugen und beim Abnehmen helfen.

Wer schnell isst, wird leichter dick. Der gut gemeinte Rat besorgter Eltern, langsamer zu essen, ist daher nicht nur ein Appell an die Manieren, sondern auch medizinisch sinnvoll. Denn wer rasch alles in sich hineinstopft, hört zwar auch früher mit der Nahrungsaufnahme auf - er überlistet mit dem rasanten Esstempo aber sein Sättigungsgefühl und nimmt insgesamt mehr Energie auf.

Forscher um Christoph Beglinger vom Universitätsspital Basel hatten 20 normalgewichtigen und 20 übergewichtigen Probanden morgens ein nahrhaftes Getränk gegeben, von dem sie auf nüchternen Magen so viel zu sich nehmen konnten, wie sie wollten ( Physiology & Behavior, online). Alle drei Minuten sollten sie ihr Sättigungsgefühl angeben. Die Untersuchungsgruppe ist für eine seriöse, wissenschaftliche Studie dieser Art eigentlich zu klein.

Es zeigte sich, dass die dicken Teilnehmer nach zehn Minuten aufhörten zu trinken und sich satt fühlten - aber in dieser Zeit 85 Kilokalorien pro Minute aufnahmen. Die schlanken Probanden tranken 14 Minuten lang, schluckten aber nur 50 Kilokalorien pro Minute. Obwohl sie früher aufhörten, nahmen die Übergewichtigen 150 Kilokalorien mehr zu sich. "Schnelles Essen trägt zur Gewichtszunahme bei", sagt Beglinger. "Langsames Essen kann hingegen helfen, Gewicht zu verlieren."

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Quelle:
SZ vom 09.04.2014/bart/beu
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