Tipps für den Einkauf von Sojaprodukten:Ist Soja gut für die Gesundheit?

Wissenschaftler beobachten schon lange, dass in asiatischen Ländern weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Wechseljahresbeschwerden und Brustkrebsfälle auftreten. Könnte der hohe Soja-Konsum eine Rolle spielen? Mittlerweile gibt es eine beachtliche Forschungsliteratur - aber überwiegend unklare und widersprüchliche Ergebnisse. Viele Studien sind klein, größere Analysen wurden häufig von der Industrie finanziert und wecken Zweifel. Ein Überblick über die bisherigen Erkenntnisse:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In diesem Bereich sind die Hoffnungen am größten. Lange Zeit dachten Forscher, dass die Isoflavone das als schädlich geltende LDL-Cholesterin senken könnten. Tatsächlich erlaubt die US-Gesundheitsbehörde FDA seit 1999, dass Soja-Produzenten mit den positiven Wirkungen auf das Herz werben dürfen. Inzwischen sind die postulierten Vorzüge für die Herzgesundheit auf geringe Größe geschrumpft. Und es sieht so aus, als ob der sehr moderate Effekt nicht durch die Isoflavone, sondern durch die schlichte Tatsache hervorgerufen wird, dass Soja-Konsumenten weniger Fleisch essen.

Wechseljahresbeschwerden

Während nur zehn bis 20 Prozent der Asiatinnen unter so unangenehmen Symptomen wie Hitzewallungen leiden, trifft es in den westlichen Ländern 70 bis 80 Prozent. Doch leider gibt es keinen Beweis dafür, dass es die Soja-Inhaltstoffe sind, die den Frauen in Fernost das Leben erleichtern. Selbst die nicht besonders strenge Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wollte nicht erlauben, dass für Soja-Produkten mit der Wirkung für die Wechseljahresbeschwerden geworben wird. Sie konstatierte außerdem, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass Sojakonsum die Gefahr von Osteoporose senkt.

Brustkrebs

Diese Erkrankung ist besonders schwer zu bewerten. Generell gilt, dass ein hohes Level an Östrogenen das Risiko für Brustkrebs steigert. Die Östrogen-ähnlichen Isoflavone des Sojas könnten sich also - zumindest theoretisch - negativ auswirken. Paradoxerweise haben Asiatinnen aber seltener Brustkrebs als Frauen in der westlichen Welt. So widersprüchlich wie diese Ausgangslage sind die Ergebnisse von Studien. Der Effekt lässt sich derzeit nicht abschließend bewerten.

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