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Tipps für den Einkauf von Salat:Wie Sie unerwünschte Keime vermeiden

Es löst zuverlässig Entsetzen aus, wenn bei Untersuchungen Keime auf dem Salat gefunden werden. Dennoch: "Prinzipiell haben wir in Deutschland und der EU einen hohen Qualitätsstandard. Belastungen mit krankmachenden Keimen wie Salmonellen oder Listerien sind sehr selten", sagt Oliver Schlüter, Hygiene-Experte am Potsdamer Leibniz-Institut für Agrartechnik. "Ehec-Erreger, die immer mal wieder im Zusammenhang mit Gemüse genannt werden, wurden auf Blattsalat noch nie nachgewiesen." Und wie beim Nitrat wird auch in diesem Bereich geforscht, ob manche Bakterien nicht sogar positive Wirkungen haben können. Sie könnten das Immunsystem günstig beeinflussen und vor Allergien schützen. ( Mehr dazu erfahren Sie hier)

Doch was ist mit Meldungen, wie die von Stiftung Warentest, wonach viele Blattsalate mit Hefen oder Schimmelpilzen belastet sind? "Solche Kontaminationen verderben in erster Linie den Salat. Damit sind sie erkennbar und weniger gefährlich als der nicht sichtbare Befall durch pathogene Bakterien", sagt Schlüter.

Unappetitlich sind solche Erkenntnisse allemal und letztlich kann niemand an verdorbenen Lebensmitteln gelegen sein. Wer Mikroben in seiner Schüssel möglichst ausschließen will, sollte vorgeschnittene und komplett verpackte Salate meiden. An den Schnittflächen tritt Zellsaft aus und liefert den Mikroorganismen Nährstoffe. Die Feuchtigkeit in den Plastikverpackungen lässt Keime zusätzlich gedeihen.

Alles in allem gibt es keinen Grund, Salate zu meiden. Die beste Wahl sind ganze Köpfe aus saisonaler, heimischer Bio-Produktion. Sie sind auch unter ökologischen Aspekten zu empfehlen. Laut einer Studie der ETH Zürich belastet ein Kilogramm im späten Winter geernter Kopfsalat die Atmosphäre mit etwa sieben Kilogramm CO2 und anderen Treibhausgasen. In der natürlichen Saison von Juni bis November sind es weniger als 0,5 Kilogramm.

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