Tipps für den Einkauf von Milch Wie frisch ist frisch? - Achtung Etikettenschwindel

Ob der Verbraucher es wahrhaben will oder nicht, Milch ist heute überwiegend ein genormtes, gleichartiges, nahezu industrielles Produkt. Hersteller tun daher viel dafür, diesen Fakt durch die Vorstellung von der Kanne voller melkfrischer Bergwiesenmilch zu ersetzen. Das Ergebnis ist mitunter nahe am Etikettenschwindel.

Beispiel: Frischmilch. Was unter diesem Namen im Handel ist, kann bereits drei Wochen alt sein. Meist handelt es sich um sogenannte ESL-Milch, quasi ein Mittelding zwischen echter Frischmilch und der langhaltenden H-Milch. Prinzipiell ist diese Milch nicht schlecht, aber ihre Ausweisung als "frisch" sei Verbrauchertäuschung, monieren die Verbraucherzentralen. Erkennbar ist die ESL-Milch an der Formulierung "Frischmilch - länger haltbar", die die Hersteller freiwillig aufs Etikett drucken. Wer dagegen möglichst frische Milch kaufen möchte, muss nach dem Aufdruck "Frischmilch - traditionell hergestellt" fahnden.

Beispiel: Bergmilch. Auch wenn die Molkerei mit ihrem Produkt auf die Alpen anspielt, heißt das nicht, dass alle Kühe auf der Almwiese grasten. Geschützt sind Begriffe wie "Berg-" oder "Alpenmilch" nicht - und auch nicht immer zutreffend: Die Verbraucherzentrale Hamburg rügte unlängst, dass die Freisinger Molkerei Weihenstephan ihr Getränk als "Alpenmilch" verkauft, obwohl sie ihre Milch fast ausschließlich aus Ställen rund um München bezieht.

Weiterführende Informationen:

Bisher in dieser Serie erschienen: Tipps zum Einkauf von Schokolade, Lebkuchen und Rindfleisch.