Tipps für den Einkauf von Milch Antibiotika und Hormone - Ist Biomilch gesünder?

Ob vom Biobauernhof oder aus der Massentierhaltung: Die Inhaltsstoffe der Milch unterscheiden sich wenig, sagt Lorenzen. Analysen haben einen höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren in Bio-Milch offenbart. Das liegt am höheren Grasanteil im Futter der Bio-Kühe. Doch es ist fraglich, ob dies für die Ernährung von Bedeutung ist.

Eine sehr große Überblicksstudie kam 2012 ebenfalls zu dem Schluss, dass Bio-Milch keinen relevanten Vorteil für die Gesundheit hat: "Wir waren ein bisschen erstaunt, dass wir nichts gefunden haben", kommentierten die Wissenschaftler der Universität Stanford ihr Ergebnis. Auch der Verband der Amerikanischen Kinderärzte erklärte vor kurzem in einer Stellungnahme, dass es bei der Milch schlicht egal sei, ob sie vom Biobauern oder aus dem konventionellen Stall stammt.

Kann das sein? Was ist mit Rückständen in der Milch? "Mir ist aus den letzten vier bis fünf Jahren keine einzige Untersuchung bekannt, bei der man Antibiotika in handelsüblicher Milch gefunden hätte", sagt Erwin Märtlbauer, Inhaber des Lehrstuhls für Hygiene und Technologie der Milch an der LMU München.

Jeder Bauernhof in Deutschland wird vier Mal im Monat stichprobenartig auf solche Rückstände überprüft. Zusätzlich kontrollieren die Molkereien jeden Milchlaster, der bei ihnen eintrifft. Dass sie dabei gründlich vorgehen, liegt auch in ihrem ureigenen Interesse: Wären Antibiotikareste in der Milch, würden diese die zur Joghurt-Herstellung nötigen Bakterien hemmen. Die Milch wäre also für die Weiterverarbeitung nur bedingt brauchbar.

Von signifikanten Mengen an Wachstumshormonen in der Milch ist in Deutschland ebenfalls nicht auszugehen, sagt Märtlbauer. Ihr Einsatz bei Rindern ist EU-weit verboten oder streng reglementiert. Und selbst wenn sie in Einzelfällen eingesetzt werden, würden sie nur in sehr geringen Mengen in die Milch im Supermarkt gelangen.