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Tipps für den Einkauf von Margarine:Die Ökobilanz der Margarine

Ernährung und Klima

Treibhausgas-Emissionen der Lebensmittel-Produktion

Von Verfechtern der Margarine wird zu Recht ins Feld geführt, dass ihr Brotaufstrich ökologischer ist, denn Pflanzenanbau hat in aller Regel die bessere Klimabilanz als Tierzucht. Nach einer Auflistung des bundeseigenen Thünen-Instituts belasten Herstellung und Transport von einem Kilogramm Margarine das Klima mit 0,7 Kilogramm Kohlendioxid oder anderen Treibhausgasen, Butter dagegen mit 25.

Ein Vergleich der Ökobilanzen von Butter und Margarine, die nicht nur den CO2-Abdruck, sondern auch Faktoren wie benötigte Landmenge und den Beitrag zum Ozonloch einberechnen, sieht die Margarine ebenfalls im Vorteil, wenngleich die Abstände nicht mehr ganz so groß sind. Nach dieser Einschätzung, an der Margarine-Hersteller Unilever beteiligt war, schneidet die Margarine auch dann noch besser ab, wenn man berücksichtigt, dass sie oft Palmöl enthält.

Palmöl ist der dunkle Fleck auf der ansonsten recht weißen ökologischen Weste der Margarine. Seine Produktion ist vielerorts klima- undweltschädlich, da für die Plantagen große Mengen Regenwald gerodet werden. Als die Zeitschrift Ökotest Hersteller von 19 verschiedenen Margarinen befragte, gaben mit einer Ausnahme alle an, Palmfett unter ihr Produkt zu mischen. Der Kunde aber bekommt bestenfalls einen kleinen Hinweis darauf, dass dieses Fett überhaupt enthalten ist. Es versteckt sich meist hinter dem Ausdruck: "Pflanzliche Öle und Fette" in der Zutatenliste. Wo und unter welchen Bedingungen die Palmfette gewonnen wurden, ist in der Regel nicht ersichtlich.

Einige Hersteller kaufen für die Margarine Palmöl mit einem Zertifikat für nachhaltigen Anbau. Doch wirklich sicher sein können sich die Kunden nicht. Die Standards werden längst nicht immer eingehalten, wie Umweltschutzorganisationen kritisieren.

So ist alles in allem die alte Frage - Butter oder Margarine? - noch immer nicht entschieden - und wohl weiterhin eine des Geschmacks.

Weiterführende Informationen:

© Süddeutsche.de/beu/dd/bavo
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