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Tipps für den Einkauf von Margarine:Zweifel an der cholesterinsenkenden Margarine

Heute kann im Supermarkt-Kühlregal Hilfe finden, wer sich um seinen Cholesterinspiegel sorgt. Es gibt Margarine, die nachweislich den Cholesterinspiegel senken kann. Unklar aber ist: Was hat der Verbraucher von diesem Ergebnis?

Zunächst einmal nur einen guten Laborwert. Dass durch die Einschränkung des Cholesterins aus der Margarine tatsächlich Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkte vermieden werden können, ist nicht belegt. "Solche Studien müssen über einen längeren Zeitraum angelegt sein. Sie sind aufwändig - und es gibt sie einfach noch nicht", sagt der Kardiologe Weingärtner.

Nun könnte man einwenden, dass ein niedriger Cholesterinspiegel ja zumindest nicht schaden könnte. Doch die niedrige Menge an Cholesterin wird durch eine höhere Dosis an Pflanzensterinen erkauft. Sie sind quasi die pflanzlichen Verwandten des Cholesterins, beide Moleküle unterscheiden sich nur minimal. Sind sie beide in der Nahrung enthalten, konkurrieren sie um die Aufnahme in den Organismus: Je mehr Pflanzensterine, desto weniger Cholesterine gelangen hinein.

Doch sind die Pflanzensterine tatsächlich das kleinere Übel? "Genau dies ist nicht klar", sagt Weingärtner. Sicher ist, während der Körper Cholesterin in Maßen benötigt, haben pflanzliche Sterine keine biologische Funktion. Mit der Margarine werden sie in Mengen zugeführt, die bei einer natürlichen Ernährung nie erreicht würden. Man müsste täglich 150 Äpfel oder mehr als 400 Tomaten essen, um die von den Margarine-Herstellern empfohlenen zwei Gramm Pflanzensterine aufzunehmen.

Diese hohe Dosis könnte riskant sein. Experimentelle Studien haben Hinweise darauf ergeben, dass sich die künstlich zugeführten Sterine in den Blutgefäßen und Herzklappen anlagern und damit die Gefahr von Herzinfarkten bergen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung schließt nicht aus, dass die Aufnahme von Pflanzensterinen in höheren Mengen mit Risiken für das Herz-Kreislauf-System verbunden ist. Solange Zweifel an der Sicherheit bestehen, empfiehlt der Kardiologe Weingärtner seinen Patienten diese Produkte nicht.

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