bedeckt München 15°

Tipps für den Einkauf von Erdbeeren:Von der Qualität der Supermarkt-Erdbeeren

So stehen auch Verbraucher ratlos vor den Regalen, wenn sie die besten und gesündesten Erdbeeren kaufen wollen. Den größten Einfluss auf Nährwert und Qualität hat die Sorte. Doch die wird im deutschen Handel gar nicht ausgewiesen. Die Verbraucher müssen ahnungslos in ihren Korb packen, was ihnen vorgesetzt wird - und das sind Sorten, die weniger dem Gaumen der Käufer als den Erfordernissen der Industrie entsprechen: "Hohe Erträge, Resistenzen gegen Schädlinge, leichte Pflückbarkeit und feste, lagerfähige Früchte waren lange die Hauptkriterien der Zucht", sagt Ulrich. Neuerdings ist äußeres Chichi hinzukommen.

Am ehesten können Verbraucher ihre Wahl beeinflussen, wenn sie direkt bei einem Erzeuger einkaufen oder selbst pflücken, wo sie bereits gute Erfahrungen gemacht haben. "Da weiß man, was man bekommt", sagt der Forscher. Wer diese Möglichkeit nicht hat, muss das Beste aus dem herausholen, was der Handel ihm vorsetzt.

Vieles spricht dafür, dass die aromatischsten Früchte aus dem hiesigen Freiland stammen. Sie kommen hauptsächlich von Mai bis Juli auf den Markt. Zum einen dürften sich die Aromastoffe am besten unter dem Einfluss der direkten Sonnenstrahlung entfalten, begündet Ulrich die Empfehlung. Zum anderen ist die Chance auf sehr frische Früchte bei heimischer Ware besser.

Und was die Frische betrifft, sind Erdbeeren heikel. Zu früh gepflückte Früchte sind "trocken, wenig süß und kaum aromatisch" - und werden auch nicht mehr besser, wie Ulrike Bickelmann erklärt, die bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung für die Kontrolle pflanzlicher Lebensmittel zuständig ist. Anders als beispielsweise Äpfel reifen Erdbeeren nicht mehr nach. Zugleich aber bleiben sie nicht lange in optimalem Zustand. "Sind sie erst von Stängel gelöst, geht es mit ihnen nur noch bergab", erläutert Ulrich. Erst werden die Zuckerstoffe, dann die Aromastoffe abgebaut.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite