Tipps für den Einkauf Zimt - Unterschätzte Gefahr im Lebkuchen?

Ebenfalls Auswirkungen auf den Preis eines Lebkuchens hat der Zimt, der für die Herstellung verwendet wird. Auch wenn auf der Zutatenliste einfach "Zimt" steht, so gibt es doch große Unterschiede. Die Industrie verwendet vornehmlich den etwas herberen und vor allem günstigeren Cassia-Zimt, während der mildere süßlichere Ceylon-Zimt aus Sri Lanka nur sehr selten verwendet wird.

Ceylon-Zimt ist teurer, aber auch besser verträglich, weil er eine geringere Konzentration des Stoffes Cumarin aufweist, wie der aid Infodienst erläutert. Dieser Stoff kann bei empfindlichen Menschen nach einem Konsum über mehrere Wochen Leberschäden hervorrufen, im schlimmsten Fall führt er zu einer Entzündung der Leber, die sich durch Gelbsucht bemerkbar macht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit halten einen täglichen Verzehr von 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht selbst für empfindliche Verbraucher für unbedenklich. Das bedeutet aber auch, dass bei Kleinkindern mit einem Gewicht von weniger als 15 Kilogramm der Tageshöchstwert bereits nach einem Konsum von 100 Gramm Lebkuchen überschritten sei, warnt das BfR.

Für Erwachsene sei der Zimtkonsum in Weihnachtsgebäck jedoch nahezu unbedenklich, gibt das BfR an. "Ein Erwachsener mit 60 kg Körpergewicht kann ein Leben lang täglich 6 mg Cumarin aufnehmen, ohne dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist", so das Fazit. Das entspräche ungefähr einem Verzehr von 400 Gramm Lebkuchen. Auch eine kurzzeitige Überschreitung dieses Werts sei unbedenklich.

Ob für die Erstellung von Backwaren Ceylon- oder Cassia-Zimt verwendet wurde, muss bislang nicht angegeben werden. Allerdings weisen Hersteller, die den hochwertigen Ceylon-Zimt verwenden, oft freiwillig darauf hin.

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