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Tabakrichtlinie:Wirken die Fotos?

Ja, man kann ein stylisches Etui über die Gruselbilder ziehen. Doch es wird genug Plätze geben, an dem Menschen nicht um den Anblick der Tabakopfer umhinkommen. Etliche Studien zeigen, dass die grafischen Botschaften deutlicher wahrgenommen werden und eine stärkere emotionale Reaktion hervorrufen als die bisher üblichen Text-Warnungen. Bis zu 60 Prozent der Raucher sagen Studien zufolge, dass die Bilder bei ihnen den Wunsch auslösten, aufzuhören. Allerdings ist nur schwer abzuschätzen, wie viele Menschen tatsächlich allein der Fotos wegen zu Nichtrauchern werden oder gar nicht erst mit dem Qualmen anfangen. Unsicher ist auch, ob der Effekt in allen Ländern gleich stark auftritt und wie lange er anhält.

Auf jeden Fall haben die Staaten, die die Fotos als Erste einführten und auch sonst eine strikte Anti-Rauch-Politik verfolgen, niedrige Raucherquoten: In Kanada, Brasilien, Singapur, Thailand und Venezuela sind nur zwischen zwölf und 17 Prozent der Erwachsenen nikotinabhängig. In Deutschland brauchen 21 Prozent ihre täglichen Zigaretten. Zudem ist die Quote der Gelegenheitsraucher mit sechs Prozent vergleichsweise hoch.

Deutschland liegt im Nichtraucherschutz weit hinten

Regelmäßig veröffentlichen die europäischen Krebsgesellschaften ein Ranking der EU-Länder mit dem stärksten Nichtraucherschutz. In der jüngsten Ausgabe der Tobacco Control Scale von 2013 belegt Deutschland den vorletzten Platz - knapp vor Österreich. Besonders negativ fällt die Bundesrepublik mit ihren laxen Werbeverboten auf. Nur in Bulgarien und Deutschland darf die Tabakindustrie noch immer auf großen Plakatwänden werben. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) kündigte vor Kurzem an, die Plakatwerbung zu verbieten. Allerdings wird die Reklame frühestens 2020 verschwinden - 16 Jahre nachdem die Bundesrepublik den WHO-Vertrag zur Eindämmung des Tabakkonsums unterschrieben hat, der Werbung ganz klar untersagt.

Andere Länder sind in der Zwischenzeit längst viel weiter gegangen als vom WHO-Rahmenabkommen gefordert. Turkmenistan beispielsweise hat vor kurzem den Verkauf von Zigaretten komplett untersagt. Weitere Beispiele finden Sie in der Bildergalerie.

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360° Zukunft des Rauchens
Nichtraucherschutz in anderen Ländern

Wo Qualmen zur Qual wird

Wer glaubt, Deutschland bevormunde seine Raucher über die Maßen, sollte einen Blick in andere Staaten werfen. Fünf Beispiele für besonders drastischen Nichtraucherschutz.