Öffentliche Gesundheit:Tabak tötet mehr als acht Millionen Menschen jährlich

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Öffentliche Gesundheit: Tabakkonsum soll für 8,7 Millionen Todesfälle allein im Jahr 2019 verantwortlich sein. 1,3 Millionen davon gingen auf Passivrauchen zurück.

Tabakkonsum soll für 8,7 Millionen Todesfälle allein im Jahr 2019 verantwortlich sein. 1,3 Millionen davon gingen auf Passivrauchen zurück.

(Foto: Patrick Seeger/dpa)

Die weltweite Raucherquote ist zwar gesunken, doch noch immer greift fast jeder fünfte Mensch regelmäßig zu Zigaretten, heißt es in einem Bericht. Die Industrie entwickelt neue Marketingstrategien.

Von Berit Uhlmann

Die Raucherquote ist nach den Daten einer weltweiten Auswertung gesunken. Griffen im Jahr 2007 noch 22,6 Prozent der Menschen zur Zigarette, waren es im jüngsten Erhebungsjahr 2019 nur noch 19,6 Prozent, wie aus dem diesjährigen Tabakatlas hervorgeht, den Wissenschaftler der University of Illinois in Chicago und die Organisation Vital Strategies herausgeben. "Dies zeigt eindeutig, dass Tabakkontrolle wirkt", schreiben die Autoren.

Sie mahnen zugleich, dass der Tabakkonsum mit 1,1 Milliarden Rauchern und weiteren 200 Millionen Menschen, die andere Tabakprodukte nutzen, hoch bleibe und weiter eine "globale Epidemie" darstelle. Tabakkonsum sei für 8,7 Millionen Todesfälle allein im Jahr 2019 verantwortlich. 1,3 Millionen davon gingen auf das Passivrauchen zurück.

Zudem werde der Fortschritt, der durch strengere Schutzmaßnahmen in reicheren Staaten erreicht worden sei, durch die aktuelle Taktik der Tabakindustrie bedroht. Die Branche konzentriere sich zunehmend auf ärmere Länder mit schwächeren Regulierungen und dort vor allem auf junge Menschen. In 63 von 135 untersuchten Ländern sei der Anteil der jugendlichen Tabakkonsumenten zuletzt gestiegen. Mehr als 50 Millionen 13-bis 15-Jährige nutzen mittlerweile Zigaretten oder andere Tabakprodukte.

Doch nicht nur was die Absatzmärkte betrifft, auch in Bezug auf ihre Marketingstrategien hätten die Tabakkonzerne ihre Taktik geändert, sagte Mitautorin Nandita Murukutla bei der Vorstellung des am Mittwoch erschienenen Berichts. Die Werbung konzentriere sich nicht mehr so sehr auf einzelne Marken und Produkte, sondern zelebriere vielmehr die Gewohnheit des Rauchens als glamourös und begehrenswert. Die Vermarktung erfolge zudem subtiler, etwa über Produktplatzierungen in Filmen oder Influencer in den schwerer zu regulierenden sozialen Netzwerken.

Als wichtigste Maßnahme gegen den hohen Konsum nennen die Autorinnen und Autoren höhere Tabaksteuern sowie alle Maßnahmen, um die Kommunikationskanäle der Branche zu schließen. Dies beziehe sich sowohl auf die Ansprache von potenziellen und bestehenden Kunden als auch auf den Lobbyismus.

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