SuchtwirkungenWie die Droge den Menschen verändert

Mal grell bunt, mal karg und düster: Der US-Künstler Bryan Saunders zeichnete Selbstporträts - nachdem er Drogen eingenommen hatte. Die Wirkung in Bildern.

Von Kathrin Zinkant

Cannabis – 23,2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben die Droge konsumiert

Der US-Künstler Bryan Saunders zeichnet seit vielen Jahren Porträts von sich, und zwar jeden Tag mindestens eines. Etwa 50 der heute mehr als 10 000 Selbstdarstellungen fertigte der 46-jährige unter dem Einfluss verschreibungspflichtiger Medikamente oder anderer psychoaktiver Substanzen an. "Drugs" sollte die veränderte Wahrnehmung seines Ichs dokumentieren. Hier eine Auswahl seiner Zeichnungen, und der Drogenwirkungen, die sie wiedergeben.

Legalize it? Obwohl sich die Haltung vieler Bürger und Politiker gegenüber einer Freigabe von Haschisch und Marihuana deutlich entspannt hat, fallen Fachleuten noch immer eine ganze Menge Gründe ein, den Stoff nicht aus dem bloßen öffentlichen Begehren heraus zu legalisieren. Einer davon ist, dass der Gehalt des Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol, THC, in vielen Züchtungen weiter ansteigt. Der Gehalt des Angst lösenden Cannabinols ist dagegen fast auf null gesunken. Normale Dosierungen, die vor 20 Jahren eher ein angenehmes Gefühl erzeugt hätten, sollen deshalb mehr unerwünschte Wirkungen entfalten - vor allem psychotische Symptome werden hier immer wieder genannt. Wie genau seelische Erkrankungen und Cannabiskonsum zusammenhängen, ist allerdings noch nicht mit belastbaren Zahlen untermauert. Laut aktuellem Suchtbericht sind bereits 0,5 Prozent der Erwachsenen in Deutschland abhängig von Cannabis, das Risiko einer Abhängigkeit ist bei Jugendlichen vermutlich doppelt so hoch wie bei älteren Konsumenten. Andererseits glauben einige Experten auch, dass der unmittelbare gesundheitliche Schaden sich durch eine regulierte Abgabe verbessern könnte. Anlass zur Sorge sehen sie eher beim Schaden für andere: Wie sich eine steigende Zahl von Kiffern am Steuer oder Arbeitsplatz auswirken würde, ist derzeit noch nicht absehbar.

Bild: Bryan Saunders 15. November 2015, 14:342015-11-15 14:34:04 © SZ vom 14./15. November 2015/beu