bedeckt München 21°

Sucht:Entzündungen und Krebs

Entzündungen der Bauchspeicheldrüse

Zwischen Leber und Milz passt redensartlich noch ein Pils. Tatsächlich liegt dort, in der Tiefe des Oberbauchs, eng an den Zwölffingerdarm geschmiegt, die Bauchspeicheldüse. Das zarte Organ produziert Verdauungssäfte sowie Hormone für den Zuckerstoffwechsel und reagiert besonders sensibel auf Alkohol.

Ab welcher Menge Alkohol die Bauchspeicheldrüse in Gefahr ist, kann niemand mit Gewissheit sagen. Fest steht: Wer jahrelang trinkt, riskiert, dass sich seine Bauchspeicheldrüse entzündet; der Arzt spricht von Pankreatitis. Wiederkehrende Entzündungsschübe hinterlassen Spuren am empfindlichen Gewebe. Gesunde Zellen sterben ab und die Bauchspeicheldrüse vernarbt.

Die Krankheit beginnt in der Regel schleichend, verläuft aber oft dramatisch. Starke Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Erbrechen sind typische Zeichen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Da die Drüse nur noch ungenügend Verdauungsenzyme an den Darm abgeben kann, drohen Nährstoffmangel und Gewichtsverlust. Der Stuhl ist fettig, voluminös und übelriechend. Verlegt das entzündete Organ die Gallenwege, färbt der Gallenfarbstoff Bilirubin die Haut gelb.

Weil die Entzündung die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, entwickeln die Betroffenen die Symptome einer Zuckerkrankheit. Auf dem Boden der chronischen Entzündung kann Bauchspeicheldrüsenkrebs entstehen.

Eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung reduziert die Lebensqualität, kann zu Berufsunfähigkeit führen und verringert die Lebenserwartung. Tödliche Verläufe sind keine Seltenheit.

Krebs

Je mehr Hochprozentiges über Jahre die Kehle hinunter fließt, desto größer ist das Krebsrisiko. Alkohol schädigt die Schleimhaut von Mund, Kehlkopf, Rachen und Speiseröhre. Krebserregende Stoffe dringen leichter ins Gewebe ein. Da die Leber mit dem Abbau von Alkohol ausgelastet ist, zirkulieren mehr Giftstoffe im Blut. Zigarettenrauch begünstigt das Wachstum bösartiger Karzinome in Mund und Rachen zusätzlich.

Leberkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs sind klassische Spätfolgen langjährigen Alkoholkonsums. Die bösartigen Wucherungen entstehen auf dem Boden einer Leberzirrhose oder einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Auch für Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Enddarmkrebs haben Studien einen Zusammenhang mit Alkohol belegt.

Schon 0,5 bis 2,0 Promille Blutalkohol - eine normalgewichtige Frau erreicht das mit zwei Gläsern Rotwein beim Lieblingsitaliener - hinterlassen Schäden am Erbgut der Darmschleimhautzellen. Aus entarteten Zellen kann später Krebs wachsen. Wer täglich mehr als einen Liter Bier trinkt, verdreifacht sein Risiko für Mastdarmkrebs gegenüber Abstinenzlern.

Alkoholismus Trinken Sie zuviel?
Alkohol-Selbsttest

Trinken Sie zuviel?

Werden es am Wochenende auch mal mehr als ein bis zwei Drinks? Haben Sie am Morgen nach einer Party öfter Gewissensbisse? Testen Sie hier, ob Ihr Alkoholkonsum bedenklich ist.