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Spende:Zuckerberg-Plan: Alle Krankheiten sollen heilbar sein

  • "Können wir alle Krankheiten heilen, verhindern oder unter Kontrolle halten?" Diese Frage bejahen Mark Zuckerberg und Ehefrau Priscilla Chan.
  • Sie wollen in den kommenden Jahren insgesammt drei Milliarden Dollar spenden, damit Forscher Krankheiten heilen können.
  • Bereits Ende 2015 kündigte die Familie an, 99 Prozent aller Aktien zu spenden.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan wollen in den kommenden zehn Jahren drei Milliarden Dollar ausgeben, damit Forscher sämtliche Krankheiten heilen können, von denen Menschen betroffen sind. Das gab Chan, die eine Ausbildung zur Kinderärztin absolvierte, während einer Veranstaltung in San Francisco bekannt ( hier das Video).

Das Ehepaar hat auch eine Frist gesetzt, bis zu deren Ablauf das ambitionierte Ziel erreicht werden soll: innerhalb der Lebenszeit von Maxima, ihrer gemeinsamen Tochter. Das Mädchen kam vergangenes Jahr auf die Welt.

Wie weit reichen drei Milliarden Dollar?

Mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen erzählt Chan über ihre Erfahrung bei der Arbeit als Kinderärztin. Sie spricht davon, wie sie Eltern mitteilen musste, dass ihr Kind nicht wiederbelebt werden konnte oder aber an Leukämie erkrankt war. "Wir wollen das Leben von jeder Person in der Generation von Max(ima) dramatisch verbessern und sicherstellen, dass wir keines übersehen."

"Können wir gemeinsam daran arbeiten, um sämtliche Krankheiten zu heilen, verhindern oder unter Kontrolle zu halten?", fragt Chan. Das Paar glaubt offenbar daran.

Fraglich ist, wie weit man mit drei Milliarden Dollar in der Forschung kommt. Allein die Unternehmen der deutschen Pharmaindustrie geben jährlich mehr Geld für Forschung und Entwicklung aus, als Zuckerberg und Chan nun für die kommenden zehn Jahre versprechen. Nach eigenen Angaben investierten die deutschen Pharmaunternehmen zuletzt mehr als 5,3 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung in einem Jahr.

In einem Beitrag auf Facebook begründet auch der Gründer selbst die gemeinsame Initiative. "Ich bin ein Entwickler", schreibt Zuckerberg dort. Er glaube daran, dass man jedes System besser machen kann: "Ob es Code ist, Hardware, Biologie, eine Firma, ein Bildungssystem, eine Regierung - alles."

Zuckerberg und Chan hätten seit Jahren mit Dutzenden Wissenschaftlern und Experten über dieses Thema diskutiert. Er schreibt, dass er die Herausforderung nicht zu sehr vereinfachen wolle. "Es heißt nicht, dass niemand jemals wieder krank wird, aber es heißt, dass wir deutlich seltener krank werden, und dass, falls wir es werden, wir immer in der Lage sein werden, das Problem zu identifizieren und zu behandeln."

600 Millionen für ein Forschungszentrum

Die erste Investition solle in ein Forschungszentrum fließen, das sich Biohub nennt. Partneruniversitäten sind Stanford, die University of California in San Francisco und Berkeley.

Zuckerberg und Chan kündigten bereits Ende 2015 an, den allergrößten Teil der Familienaktien zu spenden - insgesamt 99 Prozent. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe entsprach das einem Wert von 45 Milliarden Dollar. Damals schrieb Zuckerberg in einem an seine Tochter gerichteten Brief: "Du hast uns einen Grund gegeben, über die Welt nachzudenken, in der du leben wirst." Es scheint so, als wolle das Paar nun damit beginnen, sein Versprechen einzulösen.