Dubiose Fütterungsmethoden

BSE gilt als Paradebeispiel: Der Mensch zwang pflanzenfressenden Rindern Fleischnahrung auf, die mit Krankheitserregern infiziert war. Dies war höchstwahrscheinlich die Ursache für den Rinderwahnsinn und dessen menschlicher Variante, einer neuen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Rund 200 Menschen starben, Zehntausende Rinder wurden geschlachtet. Die Erkrankung breitete sich nicht in großem Maßstab aus, doch mit Sicherheit weiß niemand, ob die Gefahr nun ausgestanden ist.

Ein weiteres Problem der Tierzucht ist die Verfütterung von Antibiotika. Während in der EU mittlerweile strenge Regeln gelten, werden in den USA rund 70 Prozent aller Antibiotika an Tiere verabreicht, der Großteil davon vorbeugend. In chinesischen Geflügelbatterien sind sogar schon antivirale Medikamente unter das Hühnerfutter gemischt worden.

Die Folge: Erreger werden zunehmend resistent gegen Medikamente. Sie erhalten einen Selektionsvorteil und breiten sich dadurch schneller aus. Befallen sie Menschen, gibt es unter Umständen keine Mittel gegen sie.

Foto: Rinderkeulung nach BSE-Ausbruch/dpa

18. Juni 2009, 16:372009-06-18 16:37:00 © sueddeutsche.de/beu