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Schutz vor Gewitter:Das Dilemma der Gruppe

Welche Körperhaltung ist am sichersten?

Haben Wanderer kein Dach zwischen sich und den Naturgewalten, gilt es, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Das heißt: klein machen und den Kontakt zur Erde so gering wie möglich halten, da der Blitzstrom auch durch den Boden fließen kann. Am besten kauert man sich auf den vorderen Teil der Füße, die möglichst eng beieinander stehen sollten. Schaumstoffmatten, Rücksäcke oder Kleiderbündel unter den Füßen können den Strom unter Umständen etwas bremsen, sofern sie kein Metall enthalten.

Wohin mit einer Gruppe von Leuten?

Werden mehrere Menschen im Freien vom Gewitter überrascht, laufen sie Gefahr, dass der Blitz von einem zum anderen überspringt. Es ist nicht leicht, sich inmitten tosender Naturgewalten zu trennen. Dennoch ist es sicherer, sich mindestens sechs Meter voneinander entfernt aufhalten.

Was hilft noch?

Metall am Körper kann im Falle eines Blitzschlags Verbrennungen begünstigen. Daher sollten Uhren, Schmuck und Gürtel während eines Gewitters entfernt werden.

Wie erste Hilfe leisten?

Ein Blitzschlag kann Herz und Atmung aussetzen lassen. In diesem Fall sollten Ersthelfer umgehend handeln. Rufen Sie die 112 und beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung, also der Herzdruckmassage und Beatmung (Anleitung in unten stehendem Video). Im Körper des Blitzopfers verbleibt kein Reststrom; Helfer setzen sich also keiner Gefahr aus.

Ist das Blitzopfer nur bewusstlos, atmet aber noch, wird es in die stabile Seitenlage gedreht. Wichtig ist, seine Atmung zu überwachen (mehr dazu in diesem Video).

Zu den Folgen eines Blitzschlags können auch Verbrennungen gehören. Laien sollten sich jedoch nicht an den Brandwunden zu schaffen machen. Vielmehr sollte die verletzte Haut nach Möglichkeit mit sterilen oder zumindest sauberen Textilien abgedeckt werden, um Infektionen zu vermeiden. Bei größeren Verbrennungen oder einem Schock sollte der Verletzte warm gehalten und beruhigt werden.

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(Quellen: Wilderness Medical Society, Deutsches Rotes Kreuz, Verband der Elektrotechnik)

© SZ.de/beu/rus

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