Schmalkalden (dpa/th) - Die Zahl der Menschen in Thüringen, die an oder mit einer Corona-Infektion gestorben sind, ist im November erneut gestiegen. Trauerfeiern für die Verstorbenen seien landesweit weiterhin möglich, sagte der Vorsitzende des Thüringer Bestatterverbandes, Gerd Rothaug, auf Anfrage in Schmalkalden. „Im Moment ist die Situation nicht prekär.“ Das gelte auch für die Krematorien. Trauerfeiern müssten, außer die Hinterbliebenen wünschten das, nicht verschoben werden. Allerdings gebe es regionale Unterschiede.
Nach Angaben von Rothaug werden in Thüringen traditionell viele Verstorbene eingeäschert, der Anteil liege im Landesdurchschnitt bei mehr als 90 Prozent. Geringer sei dieser Anteil nur in katholisch geprägten Regionen wie der Rhön oder dem Eichsfeld. Krematorien gebe es unter anderem in Erfurt, Gotha, Meiningen, Suhl, Gera, im Kreis Nordhausen oder im Altenburger Land. Es gebe keine auffällig längeren Zeiten bis zur Einäscherung von Verstorbenen als in der Vergangenheit.
Allerdings sei der Vorbereitungsaufwand für Trauerfeiern derzeit hoch. „Die Regelungen in den einzelnen Kreisen sind unterschiedlich. Immer wieder gibt es abhängig von dem Infektionsgeschehen in einer Region Änderungen“, sagte Rothaug, der auch Landesinnungsmeister ist.
Manche Hinterbliebene würden Trauerfeiern verschieben, weil beispielsweise nicht alle Gäste angesichts hoher Infektionszahlen anreisen wollten oder könnten. Nach dem Thüringer Gesetz könnten zwischen Einäscherung und Trauerfeier bis zu sechs Monate liegen.
Einige Bestattungsunternehmen würden inzwischen auch Trauerfeiern online anbieten - bei denen die Feier vor Ort im Internet übertragen werde. „Wir als Bestatter sind dafür da, die Wünsche der Trauernden zu erfüllen.“ Nach Angaben des Verbandsvorsitzenden gibt es in Thüringen etwa 200 Bestatter und Bestattungsunternehmen.
Allein im November sind in Thüringen an oder mit dem Coronavirus nach Angaben des Gesundheitsministeriums 591 Menschen verstorben. Im Juni, einem Monat mit niedrigen Infektionszahlen, waren es nur 47. Insgesamt starben seit Beginn der Pandemie in Thüringen bisher 5564 Menschen, die nachweislich mit Covid-19 infiziert waren.
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