Saarbrücken (dpa/lrs) - Schon ab Montag könnten im Saarland auch große Geschäfte unabhängig von ihrer Quadratmeterzahl wieder öffnen. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) kündigte am Donnerstag an, dass man sich im Ministerrat einig sei, ein neues Konzept zur Öffnung des Handels beschließen zu wollen. Dies sei dann nicht mehr wie bisher an die 800 Quadratmeter gekoppelt, sondern an die Anzahl an Personen, die in das Geschäft hineinkommen dürfen. Ein entsprechender Beschluss soll laut Hans am Samstag (2. Mai) fallen.
Nach der Telefonkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder wolle der Ministerrat bei seiner Sitzung dann zudem prüfen, inwieweit weitere Lockerungsmaßnahmen für das Saarland umgesetzt werden können. Dazu zählten unter anderem Erleichterungen für das Vorhalten von Intensivbetten in Krankenhäusern, die Durchführung von Gottesdiensten, die Wiedereröffnung von Museen und Zoos sowie von Kinderspielplätzen unter Auflagen.
„Wir haben festgestellt, dass die Maßnahmen nach wie vor wirken“, sagte Hans vor Journalisten. Man habe aber auch festgestellt, dass es zu früh sei, zu beurteilen, inwieweit sich die bisherigen Erleichterungen auf das Infektionsgeschehen auswirkten. „Deshalb haben wir vom Grundsatz her gesagt: Heute ist nicht der Tag für große, weitgehende Lockerungen der Maßnahmen.“
In der nächsten Runde der Länderchefs mit der Kanzlerin soll laut Hans am Mittwoch zudem ein Konzept beraten werden, wie weitere Schulklassen, Kitas und Kindergärten wieder geöffnet werden könnten. Außerdem solle bis dahin ein Konzept für die Gastronomie erstellt werden. Sicherlich könne an diesem Tag nicht gleich eine Öffnung beschlossen werden, so Hans, „aber wir wollen dann schon über ein Konzept reden, das etwa bis Pfingsten, bis Ende des Monats greifen kann.“
Einig seien sich die Vertreter von Bund und Ländern jedoch auch gewesen: Sollte es durch neue Lockerungsmaßnahmen wieder zu einem rapiden Anstieg der Infektionen kommen, müssten die alten Beschränkungen vor Ort wieder konsequent eingeführt werden.
Der Saarländische Ministerpräsident hat nach eigener Aussage großes Verständnis für alle, die bereits jetzt noch weitreichendere Lockerungen forderten. Für viele Unternehmen und Solo-Selbstständige, die Gastronomie, die Tourismus- und Kulturbranche gehe es um ihre Existenz. Berufstätige Eltern und natürlich auch die Kinder litten enorm unter der jetzigen Situation. Doch derzeit könne man sich noch nicht sicher sein, dass es nicht zu weiteren Ansteckungen komme, deshalb müsse man gerüstet sein, wieder gezielt Maßnahmen zu verschärfen, wenn es vor Ort zu einem Anstieg der Infektionen komme.
„Es ist immer noch ein sehr dünnes Eis, auf dem wir uns bewegen“, sagte Hans. Gott sei Dank sei man bisher jedoch ordentlich durch die Krise gekommen. „Die Zahlen nehmen langsam ab, das macht uns Hoffnung und gibt uns Mut, dass wir auch in Zukunft weitere Erleichterungen auf den Weg bringen können.“
