RostockGlasaugen-Sammlung ist eine medizinhistorische Rarität

Rostock (dpa/mv) - Die Universität Rostock ist Heimat einer medizinhistorischen Rarität und - im wahrsten Sinne - eines besonderen Hinguckers. Dicht an dicht liegen in einem Setzkasten 132 Glasaugen. Einige haben krumme Auswüchse, andere sind purpurrot statt beige um die dunkle Iris. Die Kunstaugen wurden hergestellt, um Krankheitsbefunde bildlich darzustellen. Die Sammlung geht auf den Augenarzt Karl Wilhelm von Zehender (1819-1916) zurück, der 1866 die erste augenheilkundliche Abteilung der Rostocker Uniklinik aufbaute, wie der Rostocker Neurologe Daniel Schubert berichtete. Daran beteiligt war auch der italienische Arzt Arnaldo Angelucci (1854-1933), der von 1878-1880 als Assistent bei ihm arbeitete.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Rostock (dpa/mv) - Die Universität Rostock ist Heimat einer medizinhistorischen Rarität und - im wahrsten Sinne - eines besonderen Hinguckers. Dicht an dicht liegen in einem Setzkasten 132 Glasaugen. Einige haben krumme Auswüchse, andere sind purpurrot statt beige um die dunkle Iris. Die Kunstaugen wurden hergestellt, um Krankheitsbefunde bildlich darzustellen. Die Sammlung geht auf den Augenarzt Karl Wilhelm von Zehender (1819-1916) zurück, der 1866 die erste augenheilkundliche Abteilung der Rostocker Uniklinik aufbaute, wie der Rostocker Neurologe Daniel Schubert berichtete. Daran beteiligt war auch der italienische Arzt Arnaldo Angelucci (1854-1933), der von 1878-1880 als Assistent bei ihm arbeitete.

Die Technik zur Herstellung von Kunstaugen für Statuen gehe bis in die Antike zurück. Kunstaugen als Prothesen seien ab dem 16. Jahrhundert eingesetzt worden, sagte Schubert, der jüngst seine Promotion über die Sammlung abgeschlossen hat. Hergestellt wurden die Glasaugen von einer Glasbläserfamilie in thüringischen Lauscha, wo im 19. Jahrhundert ein Zentrum der europäischen Glasbläserei war. Die Sammlung sei zur Dokumentation und Visualisierung von pathologischen Befunden genutzt worden.

Die Sammlung ist ein Stück Kunstgeschichte, wie der Rostocker Seniorprofessor für Augenheilkunde, Rudolf Guthoff, erklärte. Für die heutige Lehre sei sie allerdings nicht mehr nötig, dafür gebe es Animationen und 3D-Darstellungen. Dennoch könne sie noch von Nutzen sein, denn an ihr könnten die heute üblichen Diagnosen gespiegelt werden. Es ließen sich äußerst interessante Betrachtungen ableiten, die die Änderungen des Behandlungsspektrums über mehr als 150 Jahre dokumentierten, erklärt Guthoff.

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