Rezeptfreiheit für die "Pille danach" Wie sich die Pille danach gesellschaftlich auswirken könnte

Werden künftig mehr Frauen die Pille danach nehmen?

Dafür, dass die Rezeptfreiheit die Hürden deutlich senkt, sprechen unter anderem Erfahrungen aus Norwegen: 1997 griffen nicht einmal 5000 Frauen zu der Pille. 2001, ein Jahr nach ihrer Freigabe, waren es mehr 70.000, sechs Jahre später 150.000.

Senkt die Notfallpille die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche?

Das Beispiel Norwegen zeigt zugleich, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im gleichen Zeitraum unverändert blieb. Ähnliche Entwicklungen wurden in Schweden und Schottland beobachtet. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar. Vermutet wird, dass vor allem besonders vorsichtige Frauen die Pille danach nehmen, während Frauen, die die Verhütung häufiger vernachlässigen, auch von der Notfall-Pille keinen Gebrauch machen.

Verführt die Pille zu einem laxeren Umgang mit Sexualität und Verhütung?

Kaum etwas spricht dafür. Einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge, hatten nur 13 Prozent der Frauen, die die Pille danach einnahmen, nicht verhütet. Als Hauptgrund für den Griff zum Notfall-Medikament vermuten die Autoren der Umfrage "Verhütungsunfälle", also geplatzte Kondome oder die vergessene Einnahme der Anti-Baby-Pille.

Frauen, denen die Pille danach prophylaktisch ausgehändigt wurde, zeigten keine erhöhten Raten von sexuell übertragbaren Krankheiten, wie eine US-Studie ergab. Eine britische Studie zeigte, dass die Aufklärung über die Notfallverhütung bei Teenagern keinen Einfluss darauf hatte, wann die Jugendlichen sexuell aktiv wurden.

Gibt es Alternativen zur Pille danach?

Es gibt eine "Spirale danach", deren Kupferbeschichtung die Spermien schädigt und wahrscheinlich auch die Einnistung einer befruchteten Eizelle in den Uterus erschwert. Sie ist das zuverlässigste Mittel für den Notfall, aber auch das aufwändigste, denn die Spirale muss vom Gynäkologen gelegt werden. Die Hürde ist damit noch einmal höher.

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