Rezeptfreiheit für die "Pille danach" Wirkung und Nebenwirkungen

Wie zuverlässig wirkt die Pille danach?

Möglich sind nur Schätzungen. Denn die Präparate bekommen Frauen, bei denen nicht klar ist, ob sie ohne die Einnahme tatsächlich schwanger geworden wären. Bei dem neueren Wirkstoff Ulipristalacetat sprechen bisherige Daten dafür, dass er zwei Drittel der unerwünschten Schwangerschaften verhindert. Denn er wirkt auch noch, wenn der Eisprung schon unmittelbar bevorsteht, zu einer Zeit, wo Levonorgestrel bereits versagt. Die ältere Pille hat nur dann einen sicheren Effekt, wenn sie etwa zwei Tage vor dem erwarteten Eisprung eingenommen wird.

Gibt es Nebenwirkungen?

Bei beiden Präparaten sind keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen bekannt geworden. Es gibt laut WHO keine Hinweise auf ein erhöhtes Thromboserisiko. Auswirkungen kann das Präparat auf den aktuellen Monatszyklus haben; die Menstruation kann verfrüht oder verspätet auftreten. Bleibt sie länger als sieben Tage aus, sollten Frauen einen Schwangerschaftstest durchführen und einen Frauenarzt aufsuchen.

Was passiert, wenn die Frau die "Pille danach" nimmt und unwissentlich bereits schwanger ist?

Beide Präparate verhindern oder verzögern einen Eisprung. Ist der Eisprung bereits erfolgt, bleiben sie wirkungslos. Weder unterbinden sie eine Befruchtung der Eizelle, noch den Transport der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter, noch ihre Einnistung in die Uteruswand. Es gibt keine Hinweise, dass eine bestehende Schwangerschaft von der Pille beeinflusst wird. Damit unterscheiden sie sich von der Abtreibungspille RU-486 (Handelsname: Mifegyne). Sie beendet eine Schwangerschaft - in der Regel bis zur neunten Woche.