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Rauchen:Ansteckende Zigarette

Kino mit Nebenwirkung: Wenn Schauspieler auf der Leinwand an einer Zigarette ziehen, bekommen die Raucher im Publikum Lust auf Nikotin.

Wenn Schauspieler in einem Kinofilm an der Zigarette ziehen, animieren sie die Raucher in den Zuschauerreihen zum Nachmachen.

Raucher greifen nach einem Film eher zur Zigarette, wenn auf der Leinwand geraucht worden ist.

(Foto: AP)

Das belegt eine Studie von Forschern am amerikanischen Dartmouth College in der an diesem Mittwoch erscheinenden Ausgabe des Fachmagazin The Journal of Neuroscience (online).

Dylan Wagner und Todd Heatherton steckten 17 Raucher und 17 Nichtraucher in den Magnetresonanztomographen (MRT) und zeigten ihnen drei Zehn-Minuten-Segmente aus dem Film "Matchstick Men", in dem kräftig geraucht wird.

Dabei achteten sie darauf, dass in jeweils gleich vielen Szenen geraucht oder nicht geraucht wurde. Die Probanden wussten nicht, dass es bei der Untersuchung ums Rauchen ging.

Die Raucher unter den Versuchspersonen reagierten beim Sehen eines Rauchers im Film mit einer gesteigerten Aktivität im selben Hirnareal, das auch tätig wird, wenn der Raucher tatsächlich plant, sich eine Zigarette anzuzünden.

Weil das bei Gewohnheitsrauchern immer mit der gleichen Handbewegung passiert, können Forscher dieser Routinegeste einen entsprechenden Bereich im Gehirn zuordnen.

Die Wissenschaftler sehen ihre Ergebnisse als Bestätigung früherer Studien, in denen gezeigt wurde, dass Raucher nach einem Film eher nach einer Zigarette gieren, wenn darin geraucht worden ist, als wenn es sich um einen nikotinfreien Film handelte.

Und sie sehen neue Potentiale bei der Raucherentwöhnung: "Rauchern, die aufhören wollen, wird oft geraten, anderen Rauchern aus dem Weg zu gehen und sämtliche Rauchutensilien aus ihrer Wohnung zu verbannen, allerdings denkt kaum einer daran, Filme zu vermeiden, in denen geraucht wird", sagt Wagner.