bedeckt München
vgwortpixel

Qualität von Babykost:Vielfältiger Geschmack ist günstig

Auch fertiger Getreidebrei enthält bisweilen Zuckerbeigaben. Chemiker der Zeitschrift Öko-Test haben in der Mai-Ausgabe (16) verschiedene Breisorten untersucht. Zwei Produkte waren gesüßt und bekamen die Note "ungenügend". Wissenschaftler bewerten Zucker an sich zwar nicht als schädlich, aber zuckerreiche Lebensmittel können andere nährstoffreichere Speisen verdrängen. Zudem fördert Zucker Karies. "Und zu viel Süße kann die Geschmacksentwicklung stören", betont die Ernährungswissenschaftlerin Kersting.

Der Geschmacksentwicklung im ersten Lebensjahr widmen Wissenschaftler mittlerweile besondere Aufmerksamkeit. Seit einigen Jahren wird deutlicher, dass man mit den strikten Speiseplänen der Vergangenheit, auf denen nur wenige Lebensmittel zu finden waren, auf dem Holzweg war. "Man kann damit nicht wie angenommen Allergien oder Unverträglichkeiten vorbeugen", sagt Kersting. Gleichzeitig verhindere man mit einer kargen Auswahl, dass Babys geschmackliche Vielfalt kennenlernen. Das ist schlecht, schließlich gibt es Hinweise, dass Menschen, die viele unterschiedliche Geschmäcker zuerst im Mutterleib, dann bei Muttermilch und Beikost kennen und lieben gelernt haben, auch als ältere Kinder abwechslungsreicher und damit gesünder essen.

Dies ist auch das Hauptargument, warum selbst zubereitete Breie womöglich doch von Vorteil sind: Sie sind vielfältiger im Geschmack, sozusagen das Gegenteil vom Einheitsbrei. Bei der Einführung der Beikost ist in jedem Fall Geduld gefragt. Denn eine Speise muss teils bis zu zehn Mal angeboten werden, bis ein Kind den Geschmack schätzen gelernt hat.

Puddings und Quarks können die Nieren belasten

Kritisch bewerten Kinderärzte auch die Extraportion Eiweiß im ersten Lebensjahr. Produkte wie spezielle Babypuddings oder Quarktöpfchen für die Kleinsten stuft die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gar als schädlich ein. Vor allem weil sie die kindlichen Nieren belasteten. Zudem wird seit einigen Jahren diskutiert, ob ein zu großer Eiweißanteil in der frühen Kindheit die Entwicklung von Übergewicht fördert.

Eine Interventionsstudie der LMU München hat im Jahr 2004 gezeigt, dass eine sehr hohe Eiweißzufuhr in den ersten Lebensmonaten tatsächlich zu mehr Fett auf den Rippen der Kinder im Alter von zwei Jahren führt. Dabei lag die Menge an Eiweiß um bis zu 60 Prozent über dem Gehalt von Muttermilch, die 1,8 Gramm pro 100 Kilokalorien enthält. Eiweißreiche Nahrung simuliert die Bildung des Wachstumsfaktors IGF-1, was wiederum zu Fettansammlungen führt - so eine mögliche Erklärung. Kuhmilch wird darum nicht als Getränk im ersten Lebensjahr empfohlen, nur löffelchenweise im Milch-Getreide-Brei.

Nach der Geburt Ein Jahr wie kein anderes
Ratgeber Baby
Wie sich ein Baby entwickelt

Ein Jahr wie kein anderes

Wann lächelt ein Baby zum ersten Mal? Wann läuft es? Innerhalb eines Jahres wird aus einem winzigen Säugling eine kleine Persönlichkeit, die sich aufrichtet und weiß, was sie will. Ein interaktiver Baby-Kalender zeigt Ihnen, wie sich das Kind entwickelt und was Eltern beachten müssen.