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Psychotherapeuten finden:Einzelsitzungen, Gruppentherapie und Kliniken

Patienten müssen dafür vorab einen Antrag bei ihrer Kasse stellen. Die BPtK rät, dem Antrag folgende Unterlagen beizufügen:

  • ein Anschreiben
  • eine Bescheinigung, dass eine psychotherapeutische Behandlung notwendig und unaufschiebbar ist
  • ein Protokoll der vergeblichen Suche nach kassenärztlich zugelassenen Therapeuten
  • die Bescheinigung eines approbierten Psychotherapeuten in einer Privatpraxis, der die Behandlung kurzfristig übernehmen kann

Die Therapiesitzungen muss der Patient allerdings zunächst selbst bezahlen. Er bekommt das Geld später von der Krankenkasse zurück. "Bevor es losgeht, sollten Patienten eine schriftliche Zusage der Kasse haben - sonst können sie am Ende auf den Behandlungskosten sitzenbleiben", warnt die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD). Bislang wird diese Möglichkeit - wahrscheinlich auch wegen des erheblichen bürokratischen Aufwandes - noch wenig genutzt. Laut der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) machen die Leistungsausgaben für private Psychotherapiestunden nur etwa zwei Prozent der Gesamtkosten für Psychotherapie aus.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Wartezeit durch kurzfristige Einzelgespräche zu überbrücken. Die werden zum Beispiel in Beratungsstellen der Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverbände angeboten. Orientierung und Unterstützung bei der richtigen Auswahl bieten die UPD und Sozialpsychiatrische Dienste an. Eine Dauerlösung sind Einzelgespräche allerdings nicht.

Mitunter kann auch eine Gruppentherapie weiterhelfen. Allerdings bieten diese nur etwa ein bis zwei Prozent der ambulanten Therapeuten an. Diese Variante kommt auch nur für jene in Betracht, die sich vor anderen Mitpatienten äußern mögen. Meist sind diese Plätze aber eher zu bekommen als eine Einzeltherapie. Der Vorteil ist, dass man hier Kontakt zu Menschen mit ähnlichen Problemen knüpfen kann.

Ist bei niedergelassenen Therapeuten zeitnah kein Termin zu bekommen und der Leidensdruck hoch, können sich Patienten im Notfall auch an Kliniken oder Tageskliniken zu wenden. Dort ist es mitunter sofort möglich, eine Behandlung zu beginnen. Patienten erhalten in der Regel ein vier- bis sechswöchiges Programm aus Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Entspannungsverfahren, Kreativ- und Bewegungstherapie. Die Überweisung dafür kann der Hausarzt ausstellen.

In Krisensituationen ist dagegen schnelle Hilfe gefragt. Wer im Notfall weiterhilft, lesen Sie hier.

© SZ.de/beu/hart/edi
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