Lothar Matthäus wusste es mit der Dichtkunst des Fußball-Philosophen auszudrücken: "Wäre, wäre, Fahrradkette", sagte er einmal in einer Diskussion um eine strittige Elfmeter-Entscheidung. So kreativ die Abwandlung des bekannten "Hätte, hätte"-Sprichworts und so avantgardistisch seine Reimkunst auch war: "Wäre" und "hätte" sind gleichermaßen fester und wiederkehrender Teil von Selbstgesprächen, die Menschen täglich mit sich führen. Hätte ich doch damals das Job-Angebot angenommen! Wäre ich an dem Abend bloß zu Hause geblieben! Hätte ich nur die Klappe gehalten - um wie viel besser wäre dann meine Welt! Und so sind es womöglich die Abgeklärten, die Weisen, die Lebensklugen, die Philosophen eben, die es sehen wie Matthäus: Schwamm drüber. Jetzt aber den Blick nach vorn. Was war, das ist gewesen.
PsychologieUnd wenn ich mich damals anders entschieden hätte?
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Manche Menschen hadern über Jahrzehnte mit Entscheidungen, die sich nicht mehr korrigieren lassen. Was quälende Reue im Körper anrichten kann - und wie man lernt, mit ihr zu leben.
Von Christina Berndt
