Psychiatrie:Was im Gefängnis mit der Psyche passiert

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Düstere Stimmung: Ein Insasse der JVA Stadelheim in München blickt durch Gitterstäbe auf den Hof. (Foto: Alessandra Schellnegger)

Die große Mehrheit der Gefangenen in Deutschland leidet unter einer psychischen Störung. Doch es fehlt an Personal für eine gute medizinische Versorgung. Das schadet ihnen und der Gesellschaft.

Von Jenny von Sperber

Es gebe immer wieder einzelne Gefangene, die ihm lange im Gedächtnis blieben, erzählt Thomas Lewin, stellvertretender Abteilungsdienstleiter im Nordbau der JVA Stadelheim, dort wo die psychiatrische Station des Gefängnisses liegt. „Ich erinnere mich an einen, mit dem war es praktisch unmöglich zu reden, als er ankam“, berichtet Lewin, „Wenn ich ihn nach dem Wetter gefragt habe, hat er mir etwas vom verschwundenen Mond erzählt und von Außerirdischen, die mit dem Mond weggeflogen seien.“ Dazu kamen Beleidigungen, der Insasse schmiss auch mit Sachen um sich. „Manche werfen auch mit Fäkalien. Das ist für uns Bediensteten manchmal echt schwierig.“

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