Pollenallergie:Provokationstest und Bluttest

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In dem Fall kann ein Provokationstest helfen. Bei ihm werden die verdächtigen Allergene direkt auf die Schleimhäute, also den Ort des Allergie-Geschehens, gesprüht. Anhand der Reaktionen der Schleinhäute findet der Arzt heraus, auf welche Allergene der Patient anspricht.

Ganz genauen Aufschluss bringt ein Bluttest. Hierbei wird nach bestimmten Antikörpern, so genannten Immunglobulinen E (IgE) gefahndet. Diese sind für die allergische Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Pollen-Eiweiße verantwortlich.

Anhand der Antikörper im Blut ist nachweisbar, welche Bestandteile der Pollen die Auslöser für Heuschnupfen sind. "Birkenpollen haben zum Beispiel 500 bis 800 verschiedene Proteine. Davon sind aber vielleicht nur eins oder zwei für die Allergie verantwortlich", erläutert Klimek. Weiß man, auf welches Protein der Körper reagiert, kann man auch vor möglichen Kreuzallergien warnen. So können Birkenpollenallergiker aufgrund der ähnlichen Proteinstruktur auch allergisch auf Äpfel reagieren oder Gräserpollenallergiker auf Tomaten. Nach Angaben des DAAB leidet mehr als die Hälfte der Pollenallergiker an Kreuzallergien.

Bei Verdacht auf Heuschnupfen können sich Betroffene zur ersten Abklärung an ihren Hausarzt wenden. "Die Diagnostik und weitere Behandlung sollte auf jeden Fall ein allergologisch erfahrener Hals-Nasen-Ohrenarzt übernehmen", sagt Schwalfenberg. Leiden Patienten zusätzlich an Atemwegsproblemen, sei die Konsultation eines Lungenarztes, der auch Allergologe ist, sinnvoll. Mitunter kann in einem Lungenfunktionstest überprüft werden, inwieweit das Organ durch die Allergie beeinträchtigt ist.

"Wichtig ist, dass Patienten überhaupt erst einmal zum Arzt gehen", betont Klimek. Mit der Kenntnis des Allergieauslösers lasse sich die Therapie verfeinern. Außerdem können Patienten ihr Verhalten besser daran ausrichten. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung irgendwann verschwindet, ist eher gering. Klimek: "Nur bei fünf bis acht Prozent der Teenager, die Heuschnupfen haben, wächst sich die Allergie aus. Bei 70 bis 80 Prozent wird es im Laufe des Lebens schlimmer."

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