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Globale Gesundheit:Etappensieg gegen Kinderlähmung

In Kind in Kabul erhält die Polio-Impfung. In Afghanistan treten noch immer Fälle auf.

(Foto: AP)

Zwei von drei Virenstämmen sind nun offiziell aus der Natur getilgt. Einer zirkuliert allerdings noch immer - und löste in diesem Jahr bereits Dutzende Erkrankungen aus.

In dem seit mehr als 30 Jahren währenden Kampf gegen die Kinderlähmung gibt es einen weiteren Etappensieg. Am Donnerstag verkündete die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass nun zwei von drei der auslösenden Virentypen offiziell ausgerottet sind. Bereits 2015 wurde Typ 2 der auch Poliomyelitis genannten Erkrankung für ausgemerzt erklärt. Nun kam Typ 3 hinzu. Die letzte Infektion mit diesem Erreger wurde 2012 in Nigeria registriert. Seither haben umfangreiche Untersuchungen und Überwachungsprogramme gezeigt, dass der Virenstamm in der Natur nirgends mehr existiert. Die letzten Exemplare lagern gesichert in Laboren.

Damit zirkulieren nur noch Viren vom Typ 1 auf dem Planeten - und dies auch nur noch in zwei Ländern. Aus Afghanistan und Pakistan wurden in diesem Jahr 88 Infektionen gemeldet. Allerdings treten zusätzlich noch immer Polio-Fälle auf, die durch so genannte Impfviren ausgelöst werden - Erreger, die aus Lebendimpfstoffen stammen. In seltenen Fällen können diese Erreger ihrerseits Ungeimpfte infizieren. In diesem Jahr geschah dies 95 Mal. Der Plan zur Ausrottung der Polio wurde bereits 1988 gefasst; das Ziel sollte ursprünglich im Jahr 2000 erreicht sein. Doch Impfskepsis, Kriege und Krisen verhinderten den Erfolg. Nun peilen WHO und einige private Initiativen das Jahr 2023 als Zieldatum an. Gelänge das Vorhaben, wäre die Kinderlähmung die zweite komplett besiegte menschliche Erkrankung auf der Welt. Die erste waren die Pocken.

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