Pirna (dpa/sn) - Nach der ersten nachgewiesenen Infektion eines Mannes mit dem neuartigen Coronavirus in Sachsen sind für diesen Dienstag weitere Untersuchungen angekündigt. Kontaktpersonen des 59 Jahre alten Rentners aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sollen ermittelt und am Vormittag getestet werden, hatte der Sprecher des Landkreises, Enrico Albrecht, am Montagabend in Pirna mitgeteilt. Der Mann gehörte zu einer Gruppe von insgesamt 35 Reisenden aus dem Landkreis, die aus Italien zurückgekehrt war.
Der 67 Jahre alte Mann sei in häuslicher Quarantäne. Sein Gesundheitszustand sei stabil, sagte Albrecht. Auch die übrigen Reisenden aus dem Bus sind in häuslicher Quarantäne. Als Zeitraum gab der Landratssprecher bis zum 16. März an, dann endet die Inkubationszeit. Bei ihnen wurde das neuartige Coronavirus Sars-Cov-2 bei ersten Tests bislang nicht festgestellt. Die Behörden versuchten parallel zu den Tests, sämtliche Kontakte der Verdachtsfälle zu ermitteln.
Auch in Thüringen wurde am Montagabend ein Fall bekannt. Bei dem Patienten handelt es sich um einen 57 Jahre alten Mann aus dem Orlatal, der mit einer Skigruppe in Italien war, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) wünschte dem betroffenen Mann aus Sachsen gute Besserung und eine gute Ausdauer für die Quarantäne. Sie sei froh, dass alle beteiligten Behörden und Ärzte besonnen und schnell reagiert hätten, sagte sie nach Bekanntwerden des Falles am Montagabend. Das zeige, dass die Vorbereitung für diesen Fall richtig und gut war.
Die Reisenden aus der sächsischen Schweiz saßen zusammen mit einem Mann aus der Region Hannover in einem Bus, bei dem bereits eine Infektion diagnostiziert worden war. Dabei handelt es sich um einen 68-Jährigen aus Eltze in der Gemeinde Uetze in Niedersachsen.
Dem infizierten Mann aus Niedersachsen geht es nach Angaben aus der Region Hannover entsprechend gut. Er befindet sich in häuslicher Quarantäne genauso wie seine Ehefrau und mehr als 20 Kontaktpersonen. Die Ehefrau zeigte zunächst keine Symptome.
Die meisten Infizierten haben eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, hieß es vom Robert Koch-Institut in Berlin. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe.
Für Fragen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus hat das Landratsamt in Pirna Bürgertelefone geschaltet: 03501 515-1166 und -1177.
