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Sexualität:Wenn Dominanz besonders attraktiv wirkt

Was soll nun diese vergleichsweise unangepasste Ausdrucksweise der Männer im Kontakt mit fruchtbaren Frauen? Die Forscher vermuten, die Herren wollen mit ihrer Eigenwilligkeit "kreatives" und "non-konformistisches" Verhalten demonstrieren, um Interesse zu erwecken. Studien haben gezeigt, dass männliche Kreativität und Risikobereitschaft geeignet sind, Aufmerksamkeit beim anderen Geschlecht zu erregen. Haben es die Männer mit fruchtbaren Frauen zu tun, sind diese Eigenschaften offenbar erfolgversprechender.

Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht: Forscher wissen schon länger, dass Frauen die Fruchtbarkeit durch eine Reihe feiner Signale anzeigen. Sie riechen anziehender, sprechen möglicherweise mit erhöhter Stimme und kleiden sich attraktiver. Männer reagieren auf diese Signale deutlich. Sie brauchen nur einmal an einem T-Shirt zu riechen, das eine fruchtbare Frau getragen hat, schon steigt ihr Testosteronspiegel messbar. Sie finden fruchtbare Frauen anziehender. Und während des Eisprungs ihrer Partnerin neigen sie zu Rivalität, Dominanz und Eifersucht - mit gutem Grund, wie Wissenschaftler ebenfalls zeigen konnten.

Frauen fühlen sich während des Eisprungs besonders zu maskulinen Männern hingezogen. Sie stürzen sich während dieser Tage mit höherer Wahrscheinlichkeit in eine Affäre mit einem männlich wirkendem Mann. Während der anderen Phasen ihres Zyklus dagegen setzen Frauen eher auf Harmonie und Beständigkeit. Dies ist womöglich auch der Grund, warum Männer ihre Sprache der Ausdrucksweise von weniger fruchtbaren Frauen anglichen. Nachahmung ist eine erprobte Strategie, um Sympathie zu erzeugen und soziale Bindungen aufzubauen. Doch die Methode ist offenbar zu soft, um Frauen während der fruchtbaren Tage zu verführen.

© Süddeutsche.de/beu/mcs

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