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Organspende-Skandal in Regensburg:Die interne Kontrolle reicht nicht aus

In Regensburg sei der mutmaßliche Täter von Patient zu Patient ganz unterschiedlich vorgegangen. Hinweise auf Geldflüsse oder die Bevorzugung von begüterten Patienten gebe es nicht. "Ich glaube, dass krankhafter Ehrgeiz und Geltungssucht dahintersteckten", mutmaßte Riegger.

Gegen die These vom Einzeltäter spricht allerdings, dass die Zahl der Lebertransplantationen in Regensburg auch nach dem Weggang des verdächtigen Oberarztes weiter anstieg. Nachdem der nun beurlaubte Chirurgie-Direktor und der Oberarzt 2003 gemeinsam ihren Dienst in Regensburg antraten, stieg die Zahl der Lebertransplantationen in ungewöhnlich kurzer Zeit von etwa 10 auf 50 pro Jahr.

2009, im Jahr nach Weggang des Oberarztes, wurden sogar 69 Lebern transplantiert - ein erstaunlicher Zuwachs. Die größten deutschen Kliniken verpflanzen jeweils nur etwa 100 Lebern im Jahr. Zu den Zahlen nahmen weder das Klinikum noch der beurlaubte Direktor Stellung. Es würden aber auch die Patientenakten der Jahre 2008 bis heute untersucht, versicherte Riegger.

Die Regensburger Leberchirurgie war bereits 2005 auffällig geworden. Damals verschob der verdächtige Oberarzt eine Leber nach Jordanien. Der Klinikdirektor bestreitet bis heute die Verantwortlichkeit. Er sei von dem Arzt hintergangen worden.

Minister Heubisch forderte effektivere Maßnahmen gegen Missbrauch. Die Kontrolle dürfe den Kliniken nicht überlassen bleiben, sagte Eugen Brysch von der Deutschen Hospiz-Stiftung: "Unabhängige Experten müssen hinzugezogen werden." Das "interne Mehraugenprinzip" habe sich nicht bewährt. Heubisch appellierte an die Bevölkerung, "die Transplantationsmedizin nicht insgesamt zu verurteilen".

Dem stimmt Bruno Meiser, Leiter des Transplantationszentrums am Münchner Klinikum Großhadern, zu: "Gerade jetzt sind Organspenden nötiger denn je. Die Patienten dürfen nicht darunter leiden, dass es möglicherweise unter Ärzten schwarze Schafe gibt."

© SZ vom 03.08.2012/beu

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