Online-Handel Forscher warnen vor gestreckter Muttermilch

Der Online-Handel mit Muttermilch beunruhigt Kinderärzte zunehmend. US-Forscher fanden in jeder zehnten Probe größere Mengen Kuhmilch. Dabei geht es um mehr als Etikettenschwindel.

13 000 Anzeigen werben in den USA jährlich für eine zunehmend begehrte Ware: Muttermilch aus dem Internet für jene Frauen, die ihr Baby nicht ausreichend stillen können oder wollen. Doch das Geschäft hat offenbar mehr als einen Haken. Nachdem bereits gravierende hygienische Mängel bekannt wurden, berichten Forscher aus Ohio nun von weiteren beunruhigenden Funden. In jeder zehnten Muttermilchprobe entdeckten sie auch Kuhmilch (Pediatrics, online).

Die Wissenschaftler hatten 102 Proben verschiedener Anbieter einer DNA-Analyse unterzogen. In zehn Fläschchen lag der Kuhmilchanteil bei mindestens zehn Prozent - eine Menge, die durch kleinere Verunreinigungen nicht mehr zu erklären ist. Studienleiterin Sarah Keim schließt nicht aus, dass es für die Anbieter "einen Anreiz geben könnte, die Muttermilch zu strecken, um mehr Geld zu verdienen". Dabei geht es um mehr als Etikettenschwindel: Kuhmilch ist ein Gesundheitsrisiko für Babys mit einer Allergie oder Unverträglichkeit.