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Norovirus:Der perfekte Erreger

Norovirus Magen-Darm-Grippe Virus Durchfall Erbrechen
(Foto: dpa)

Noroviren sind äußerst geschickt darin, sich möglichst weit zu verbreiten. So entwickelt der Magen-Darm-Erreger auch ständig neue Varianten.

Sie machen alles richtig. Ach was, sie machen es perfekt. Geschickter als ein Norovirus kann kein Erreger vorgehen, der auf Erfolg aus ist; was in diesem Fall heißt: sich zu verbreiten. Um das zu erreichen, setzen Noroviren auf eine Vielzahl von Strategien. Eine davon lautet: Schicke regelmäßig neue Abkömmlinge ins Rennen - virologische Varianten, die auch geübte Immunsysteme noch nicht kennen.

Diese Anforderung erfüllt zum Beispiel "Sydney 2012". So heißt eine Variante der Noroviren, der Experten in den Wintern 2012 und 2013 eine steile Karriere prognostizierten. Ihr Erbgut unterschied sich an einigen Stellen von dem der zuvor zirkulierenden Erreger. Das machte auch jene Menschen für Sydney 2012 anfällig, die erst kurz zuvor unter Noroviren-bedingtem Brechdurchfall litten und einen gewissen Schutz gegen die älteren Erreger entwickelt haben.

Wie sein Name andeutet, wurde Sydney 2012 erstmals in Australien beschrieben. "Vereinzelt haben wir diese Variante auch in Deutschland schon entdeckt", sagte Marina Höhne, Leiterin des Konsiliarlabors für Noroviren am Berliner Robert-Koch-Institut (RKI). "Wir haben jetzt schon darauf gewartet."

Seit 2002 taucht in Europa und den USA mit akribischer Regelmäßigkeit alle zwei Jahre eine neue Norovirus-Variante auf. Dennoch können auch Experten dagegen nicht viel mehr tun, als das Treiben der Viren zu protokollieren. Der Datenbank des RKI zufolge erkrankten im Jahr 2012 fast 110.000 Menschen in Deutschland an der meldepflichtigen Infektion. Darunter waren auch jene knapp 11.000 Kinder, die sich höchstwahrscheinlich in Schulkantinen über Erdbeeren angesteckt hatten.

Laut dem RKI sind Noroviren für knapp ein Drittel aller nichtbakterieller Magen-Darm-Infekte bei Kindern verantwortlich, bei Erwachsenen sogar für etwa die Hälfte. Meist verlaufen die Erkrankungen zwar sehr unangenehm, aber weitgehend harmlos.