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Neuer Pflegebericht:Defizite bei Schmerzpatienten

Auch bei der Versorgung von Schmerzpatienten gibt es nach Einschätzung der MDK-Experten noch Verbesserungsbedarf. Etwa ein Drittel der Pflegefälle leide an chronischen oder akuten Schmerzen. Allerdings sei nur etwa die Hälfte systematisch nach ihrer Einschätzung der Schmerzen befragt worden. Wer eine Schmerztherapie bekam, erhielt diese in den allermeisten Fällen, wie vom Arzt verordnet. Dieser hohe Wert sei erfreulich, sagte Brüggemann. Allerdings würden sechs von 100 Patienten eine falsche Behandlung erhalten.

Bei den derzeit rund 1,7 Millionen Pflegebedürftigen, die ambulant betreut werden, gibt es ebenfalls weiter Versäumnisse. So unterbleiben bei rund 23 Prozent der Menschen, denen die Pfleger beim Gehen helfen sollen, nachweisbare Leistungen. Nur zwei Fünftel der daheim gepflegten Menschen mit Risiko zum Wundliegen erhalten eine entsprechende Beratung.

Trotz der Zahlen bemühten sich sowohl der Chef des Medizinischen Dienstes, Peter Pick, als auch GKV-Vorstand Kiefer, auf Erfolge hinzuweisen. So helfe das Pflegepersonal in den Heimen besser als früher beim Essen. Knapp zwei Drittel der Heimbewohner hätten Probleme, aus eigener Kraft zu essen. Erhalten sie keine Hilfe oder besonders zubereitete Speisen, droht in kurzer Zeit ein beträchtlicher Gewichtsverlust. Vor drei Jahren mussten noch 36 Prozent auf diese Hilfe verzichten, nun sind es 20 Prozent. Auch die Betreuung der Demenzkranken habe sich verbessert - in den Heimen wie zu Hause.

Nach Einschätzung des MDK ist die Qualitätsentwicklung jedoch in den einzelnen Einrichtungen unterschiedlich. Deshalb sei es wichtig, die Beurteilungen der Heime weiter öffentlich zu machen. "Ein Verzicht auf Pflegetransparenz wäre kontraproduktiv", urteilte Pick.