Mumps Mehr Erwachsene sollen sich impfen lassen

Mumps trifft nicht nur Kinder. Aufgrund des fehlenden Impfschutzes erkranken immer wieder auch Erwachsene - und riskieren gefährliche Komplikationen. In Kürze sollen deshalb die offiziellen Impfempfehlungen ausgedehnt werden.

Nach den Osterferien 2011 fehlten an der Nürnberger Schule mehrere Schüler und drei Lehrerinnen - alle mit derselben Diagnose: Mumps. In den folgenden Tagen wurden insgesamt 23 Fälle festgestellt, unter den Erkrankten waren fünf Erwachsene. Als die Behörden dem Fall nachgingen zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der Lehrer nicht ausreichend gegen Mumps geimpft waren. Dies ist umso bedenklicher, da die auch Ziegenpeter genannte Infektion nicht die reine Kinderkrankheit ist, als die sie landläufig gesehen wird.

In ganz Bayern, das zwischen Sommer 2010 und Frühjahr 2011 mit insgesamt 300 Fällen am heftigsten von Mumps betroffen war, trat die Krankheit am häufigsten bei den 16- bis 22-Jährigen auf. Ausbrüche gab es nicht nur an Schulen, sondern auch an Fachhochschulen, Universitäten und in Sportvereinen, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) und verweist darauf, dass auch in anderen Industrieländern eine Verschiebung hin zu einem höheren Erkrankungsalter beobachtet wurde.

Als Konsequenz will die Ständige Impfkommission am RKI daher die Impfempfehlungen bei Erwachsenen ausdehnen. Bislang empfiehlt sie die Impfung nur für Kleinkinder und Beschäftigte des Gesundheitssystems. Voraussichtlich von diesem Sommer an soll nun auch allen ungeimpften Erwachsenen, die in Ausbildungs- und Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und junge Erwachsene tätig sind, die Immunisierung empfohlen werden.

Das Mumps-Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Typisches Krankheitszeichen ist die Schwellung der Ohrspeicheldrüse, die auf einer oder beiden Seiten auftreten kann. Bei Männern kommt es in 15 bis 30 Prozent der Fälle zu einer Hodenentzündung, die in seltenen Fällen zur Unfruchtbarkeit führen kann. Bei etwa fünf Prozent der erkrankten Frauen wurde eine Eierstockentzündung beobachtet. Bei Schwangeren kann die Infektion möglicherweise zur Fehlgeburt führen.

Weitere mögliche Komplikationen sind Entzündungen der Hirnhäute, der Bauchspeicheldrüse sowie Taubheit. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, Ärzte lindern nur Symptome wie Schmerzen und Fieber. Wer die Krankheit durchgemacht hat, ist in der Regel lebenslang immun.

Seit 1976 wird Kindern die Impfung empfohlen. Den aktuellen Impfempfehlungen nach sollte die erste Dosis zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat, die zweite zwischen dem 15. und 23. Monat verabreicht werden. Sie wird in der Regel zusammen mit der Impfung gegen Röteln und Masern vorgenommen. Allerdings zeigte der Ausbruch an der Nürnberger Schule auch: Einen sicheren Schutz bietet auch die Impfung nicht. Acht von 23 erkrankten Kindern waren ausreichend geimpft. Bei drei von ihnen erkannten daher selbst Ärzte die Krankheit nicht sofort.