Medizin Rückruf von Blutdrucksenker Valsartan

In Deutschland sind etwa 20 bis 30 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen.

(Foto: dpa)
  • Grund für den Rückruf ist eine mögliche Verunreinigung des Wirkstoffs mit N-Nitrosodimethylamin.
  • Dieser Stoff gilt als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen.
  • Patienten sind derzeit allerdings nicht in Gefahr und sollten deshalb keinesfalls ohne Rücksprache mit ihrem Arzt die Medikamente absetzen.
Von Felix Hütten

Die für die Arzneimittelüberwachung zuständigen Landesbehörden rufen gemeinsam mit Pharmaherstellern den Blutdrucksenker Valsartan zurück. Grund für den Rückruf ist nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine mögliche Verunreinigung des Wirkstoffs mit N-Nitrosodimethylamin. Dieser Stoff gilt als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen.

Konkret gehe es um Medikamentenchargen, deren Wirkstoff vom chinesischen Unternehmen Zhejiang Huahai Pharmaceutical hergestellt wurde. Betroffen sind Medikamente zahlreicher Hersteller, darunter beispielsweise Stada und Ratiopharm, wie die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft auf ihrer Homepage mitteilt.

Der Rückruf richtet sich allerdings ausdrücklich nicht an Patienten, sondern an Apotheken, die betroffene Chargen austauschen sollen. Das BfArM betont, dass Patienten derzeit nicht in Gefahr sind und deshalb keinesfalls ohne Rücksprache mit ihrem Arzt die Medikamente absetzen sollten.

"Das gesundheitliche Risiko eines Absetzens liegt um ein Vielfaches höher als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung", heißt es aus der Behörde. Experten untersuchen derzeit im Auftrag der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, welche konkreten Risiken durch die Verunreinigungen entstehen können. Valsartan ist einer der meistverordneten Blutdrucksenkerwirkstoffe in Deutschland.

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