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Medizin:Mehr Lust auf Sex an Weihnachten

Prickelnde Momente: Die Weihnachtstage lassen das Interesse an Sex steigen.

(Foto: Jared Sluyter / Unsplash)
  • Forscher aus den USA und Portugal zeigen im Fachblatt Scientific Reports, dass die Weihnachtstage das Interesse an Sex steigern.
  • Für ihre Analyse haben die Informatiker einen deutlichen Anstieg von Sex-Themen und entsprechenden Suchanfragen sowie in den sozialen Medien festgestellt.
  • In muslimisch geprägten Ländern ist das Online-Interesse an Sex hingegen nach dem Fest des Fastenbrechens am größten.

Das Paarungsverhalten der Menschen ist nicht nur für die Beteiligten oftmals ein Rätsel. Warum beispielsweise in westlichen Kulturen im September mehr Kinder geboren werden, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Liegt es an den zumeist kühleren Temperaturen, an Kerzenschein und Plätzchen, der die Menschen im frühen Winter intensiver zueinander finden lässt - und neun Monate später einen kleinen Babyboom auslöst? Forscher aus den USA und Portugal zeigen im Fachblatt Scientific Reports, dass die Weihnachtstage das Interesse an Sex steigern.

Für ihre Analyse haben die Informatiker einen deutlichen Anstieg von Sex- Themen und entsprechenden Suchanfragen im Internet sowie in den sozialen Medien festgestellt, der sich in christlich geprägten Ländern rund um den Globus zeigte. Da zu Ostern oder Thanksgiving kein entsprechender Anstieg zu verzeichnen war, scheint sich die Bedeutung von Weihnachten als Fest der Liebe auch in dieser Ausprägung zu bestätigen. "Zu Weihnachten liegt die Betonung auf Liebe und Schenken", sagt Luis Rocha, der an der Studie beteiligt war. "Zudem versetzt die Geschichte von der Geburt Jesu und der Heiligen Familie womöglich viele Menschen in eine glückliche, liebevolle und familiäre Stimmung."

"Bestimmte kollektive Stimmung"

Die Analyse der Online-Aktivitäten in fast 130 Staaten ergab zudem, dass in muslimisch geprägten Ländern das Online-Interesse an Sex nach dem Fest des Fastenbrechens am größten ist; einer Zeit, in der sich die Menschen besonders nahe sind. Da sich das Fest jedes Jahr um elf Tage nach vorne verschiebt, findet der nachfolgende Babyboom auch jedes Jahr etwas früher statt. "Weihnachten wie auch das Fest des Fastenbrechens sind von einer bestimmten kollektiven Stimmung geprägt", sagt Rocha. "Und die geht mit einer erhöhten Fruchtbarkeit einher."

Die Forscher sind überzeugt, dass saisonale Trends der Zeugungsneigung nicht auf jahreszeitliche Veränderungen wie Temperatur, längere Dunkelheit in den Nächten oder die Verfügbarkeit von Nahrung zurückgehen, sondern vielmehr als kulturelle Phänomene zu betrachten sind. Dafür spricht ihrer Meinung nach auch der Anstieg der Geburtenrate im September in Ländern wie Australien, Neuseeland und Südafrika, die allesamt auf der Südhalbkugel liegen. Dort ist es Ende Dezember ja vorwiegend warm und hell. Trotzdem steigt auch dort die Zeugungsbereitschaft zu Weihnachten an.

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