Kiel (dpa/lno) - Nach der Corona-Pandemie hat die Zahl der Rotavirus-Fälle in Schleswig-Holstein wieder zugenommen. Wie die AOK NordWest am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 554 Fälle gemeldet, nach 162 beziehungsweise 207 in den Corona-Jahren 2020 und 2021.
Rotaviren sind eine der häufigsten Ursachen für schwere Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern. Sie verursachen Durchfälle, Erbrechen und Bauchschmerzen. Im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen verlaufen durch diese Viren verursachte Magen-Darm-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwer.
Der wieder steigende Trend setzt sich 2023 fort: Im ersten Halbjahr wurden 471 Fälle registriert. Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es insgesamt 1148. Während der Pandemie waren viele Infektionskrankheiten zurückgegangen. „Durch die Aufhebung der Corona-Maßnahmen war 2022 eine Wendung zu wieder steigenden Zahlen festzustellen, erklärte der Vorstandsvorsitzende der AOK NordWest, Tom Ackermann. „Wir raten allen Eltern, unbedingt die empfohlenen Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern vorzunehmen und auf bestimmte Hygieneregeln zu achten.“
Da es keine Medikamente gegen Rotaviren gebe, würden nur die Beschwerden gelindert. Besonders wichtig sei es, genügend Flüssigkeit zuzuführen. Da Rotaviren hoch ansteckend und leicht übertragbar sind, können sich auch Erwachsene mit dem Virus infizieren.
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