MagdeburgGesundheitsämter beklagen „Statistik-Bedienerei“

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Ein Gesundheitsamt. Die Gesundheitsämter forden einen Strategiewechsel bei der Kontaktverfolgng.
Ein Gesundheitsamt. Die Gesundheitsämter forden einen Strategiewechsel bei der Kontaktverfolgng. Jonas Güttler/dpa/Symbolbild

Nachdem die Corona-Neuinfektionsrate in Sachsen-Anhalt am Freitag auf einen neuen Höchstwert geklettert ist, fordern die Gesundheitsämter einen Strategiewechsel...

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Magdeburg (dpa/sa) - Nachdem die Corona-Neuinfektionsrate in Sachsen-Anhalt am Freitag auf einen neuen Höchstwert geklettert ist, fordern die Gesundheitsämter einen Strategiewechsel bei der Kontaktnachverfolgung. „Wir müssen weg von Einzelfallmeldungen, das ist Statistik-Bedienerei“, sagte der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Zeit ist für die Gesundheitsämter fast nicht mehr zu ertragen. Wir müssen nun stärker Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen unterstützen“, betonte Hennig, der auch Vorsitzender des Landesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) ist.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt überschritt am Freitag die Schwelle von 1000 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche und erreichte einen neuen Höchstwert. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete einen Wert von 1014,6 - er beruht auf den Erfassungen der Gesundheitsämter. „In Magdeburg haben wir etwa 600 neue Fälle pro Tag, im Durchschnitt hat jeder davon zehn Kontaktpersonen“, sagte Hennig. Es sei „unmöglich“, zu 5000 bis 6000 Personen Kontakt aufzunehmen. Der Mediziner geht davon aus, dass die Infektionen „bundesweit unterfasst“ sind. „Die aktuellen Zahlen geben nur noch eine Tendenz wieder.“

Entscheidend sind laut Hennig in der aktuellen Phase der Pandemie nicht die Inzidenzzahlen, „sondern was in den Krankenhäusern passiert“. In Bezug auf die Fallzahlen gebe es derzeit weniger Intensivpatienten als in vorherigen Infektionswellen. Vulnerable Personengruppen müssten aber weiterhin geschützt werden.

Deshalb sollten die Gesundheitsämter in Krankenhäusern sowie in Pflegeheimen und Schulen mit größeren Ausbrüchen ihre Beratungen verstärken, forderte der Magdeburger Amtsarzt. „Im Moment sind diese Einrichtungen auf sich allein gestellt.“ Die Ämter könnten beispielsweise dabei unterstützen, wenn Patienten nach einem Klinikaufenthalt wieder ins Pflegeheim aufgenommen werden. Auch die Fragen, unter welchen Voraussetzungen Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur weiterarbeiten können, wenn sie positiv auf Corona getestet wurden, müsse man nun mit den Einrichtungen klären.

© dpa-infocom, dpa:220204-99-973769/3

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