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Lebensmittelhygiene:Listerien-Infektionen nehmen EU-weit zu

Immer mehr Menschen in der Europäischen Union stecken sich über Lebensmittel mit sogenannten Listerien an. Im Jahr 2013 erkrankten insgesamt 1763 Menschen an den gefährlichen Keimen, 191 der Betroffenen starben sogar.

Von Kai Kupferschmidt

Inmer mehr Menschen in der Europäischen Union stecken sich über Lebensmittel mit sogenannten Listerien an. Das geht aus einem Bericht der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (Efsa) und der europäischen Seuchenschutzbehörde (ECDC) hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. 2013 erkrankten demnach 1763 Menschen in Europa an einer Infektion mit diesen Bakterien, 191 von ihnen starben. Im Jahr zuvor waren es noch 1642 Fälle gewesen. "Die Zunahme der gemeldeten Listeriosen ist sehr besorgniserregend", sagt Mike Catchpole, Wissenschaftler am ECDC. "Die Infektion wird vor allem durch Fertigessen übertragen."

Weit öfter als mit Listerien stecken sich die Europäer mit anderen Lebensmittelkeimen an. So gab es 2013 mehr als 80 000 Salmonelleninfektionen. Die Zahl hat in den vergangenen Jahren aber abgenommen. Die meisten Erkrankungen verursacht das Bakterium Campylobacter: Fast 215 000 Fälle waren es 2013 in der EU. Mehr als 60 000 davon in Deutschland. Der Keim verursacht Durchfall mit Fieber. Sehr selten kommt es zu einer gefährlichen Erkrankung des Nervensystems, dem Guillain-Barré-Syndrom. Campylobacter siedelt besonders oft auf Hühnerfleisch. Da der Keim das Fleisch nicht verdirbt, kann man ihn weder am Geruch noch am Aussehen der Ware erkennen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln zu bearbeiten, die Hände danach gründlich zu waschen und Tauwasser und Verpackungen von Fleisch sorgfältig zu entsorgen.

© SZ vom 29.01.2015
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