Autoren, Verlag und Druckerei hatten schnell gearbeitet. Der Buckelwal war erst Anfang März das erste Mal unglücklich in der Ostsee gestrandet, da erschien Ende April bereits in der vornehm klein geschriebenen Reihe „suhrkamp wissenschaft“ das Buch „Wal und Wahnsinn – Deutschland nach Timmy“. Der Band in klassischer Suhrkamp-Optik enthielt Aufsätze der üblichen Diskursverdächtigen, die über „das gestrandete Andere“, „Blubber, Begehren und Befreiung“, „Erinnerung im Schlick“ und weitere Leiden mit und am Wal schwadronierten. Den aufgeführten Autoren hätte man die entsprechenden Ergüsse durchaus zugetraut, doch schon bald verriet ein Scherzbold, dass der Sammelband „ab sofort in keiner gut sortierten Buchhandlung zu finden“, sondern von ihm erfunden und mittels künstlicher Intelligenz (KI) gestaltet worden sei.
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Um KI-Sprachmodelle zu testen, erfindet eine schwedische Forscherin eine Diagnose und veröffentlicht zwei gefälschte Studien darüber. Das Experiment funktioniert erschreckend gut.
Von Werner Bartens