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Krebsrisiko durch Wurst:Das Fleisch ist schwach

Russian Retail Inside a Perekrestok Supermarket Operated by X5 Retail Group

Die WHO hat verarbeitetes Fleisch, wie es in Wurst vorkommt, als krebserregend eingestuft.

(Foto: Bloomberg)

Wieviel Wurst, wieviel Schinken darf man noch essen, ohne Krebs zu riskieren? Trotz ihrer Warnung, weiß das auch die WHO nicht. Das verunsichert und ist unverantwortlich.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine ideologisch gefärbte Debatte angezettelt. Das wird ihr zu Recht vorgeworfen. Im Kern ist ihre Warnung, verarbeitetes Fleisch - Schinken, Wurst - erhöhe das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, nur eines: unverantwortlich. Denn wer warnt, der muss auch sagen können, was zu tun ist. Und genau das kann weder die WHO - noch sonst jemand.

Gewiss, es gibt die Zahlen, Studien, Hinweise. Doch die Effekte sind schwach ausgeprägt, und aus gutem Grund hätte niemand erwartet, dass das Grundnahrungsmittel Fleisch deshalb zum krebserregenden Gift umdeklariert wird. Fleisch- und Wursthersteller fürchten nun um ihren Absatz, die Kunden sind verunsichert, verlangen nach Orientierung.

Das Krebsforschungsgremium der WHO, die IARC, hat mit seiner Wertung aber mehr Fragen aufgeworfen, als es beantworten kann. Ist Salami nun so gefährlich wie Tabak, da sie in die gleiche Schublade gesteckt wird? Gibt es einen "ungefährlichen Wurstkonsum"? Soll man auf Fleisch also besser ganz verzichten? Nein. Ja. Natürlich nicht!

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Bereits am Montag hat die IARC betont, rotes Fleisch sei ein wertvolles Lebensmittel, reich an Eisen, Spurenelementen, Vitaminen und essenziellen Aminosäuren. Also irgendwie doch gesund. Bis zu 50 Gramm Fleisch am Tag gelten deshalb schon lange als akzeptabel. Die IARC hat zudem unterstrichen, dass die krebserregende Wirkung des Fleisches abhängig von der Menge sei. Was etwas überraschend ist, denn erst vor wenigen Monaten hatte ein Mitglied des Gremiums das Gegenteil gesagt: Krebserregende Stoffe entfalteten ihre Wirkung unabhängig von der Dosis.

Fleisch und Wurst scheinen also eine Besonderheit zu sein, denn hier wirkt angeblich die Dosis. 50 Gramm Wurst oder 100 Gramm rotes Fleisch am Tag sollen das Darmkrebsrisiko um knapp 18 Prozent steigern. Mit größeren Portionen wächst auch das Risiko. Was aber bedeutet das in absoluten Zahlen?

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