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Kopfschmerzen:Migräne - Pulsierende Pein

  • Typisch für Migräne sind anfallsartige, heftige, oft einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzen. Der Schmerz kann innerhalb eines Migräneanfalls oder von einer Attacke zur nächsten die Seite wechseln. Bei einem Drittel der Betroffenen schmerzt jedoch der gesamte Kopf.
  • Während einer Migräneattacke wird Alltägliches zur Qual. Die starken Schmerzen gehen häufig mit Übelkeit und Erbrechen einher. Die Betroffenen sind appetitlos, blass, lichtscheu und lärmempfindlich. Manche beschreiben eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Gerüche.
  • Körperliche Belastung verstärkt den Migräneanfall. Ruhe, ein abgedunkelter Raum und Schlaf lindern die Beschwerden.
  • Migräne kann von Attacke zu Attacke unterschiedlich stark ausfallen. Ohne Behandlung dauert ein solcher Anfall beim Erwachsenen zwischen vier Stunden und maximal drei Tagen.
  • Bei 15 bis 25 Prozent der Migränepatienten kündigt sich die Kopfschmerzattacke mit einer sogenannten Aura an. Am häufigsten sind Sehstörungen. Die Betroffenen sehen etwa Lichtblitze oder farbige Flecken mit gezackten Rändern, die umherwandern. Es können aber auch Gefühlsstörungen oder Sprachstörungen hinzukommen. Die Aura entwickelt sich über Minuten und klingt binnen einer Stunde wieder ab. Dann setzen die Kopfschmerzen ein.
  • Bei den meisten Patienten kehren die Attacken immer wieder.

Wer ist betroffen?

10 bis 15 Prozent der Bevölkerung leiden unter Migräne. Auch Kinder können betroffen sein. Oft treten die ersten Migräneanfälle jedoch zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Ihre Intensität schwankt im Laufe des Lebens. Die deutlichsten Beschwerden erleben Betroffene meist zwischen 40 und 50. In dieser Lebensphase leiden dreimal mehr Frauen unter Migräne als Männer. Mit zunehmendem Alter werden die Attacken oft milder und seltener.

Ursachen und Auslöser

Welche Vorgänge im Gehirn die typischen Migränesymptome verursachen, ist nicht eindeutig geklärt. Offenbar sind im Gehirn schmerzverarbeitende Nervennetze überaktiv. Sie befeuern eine Entzündungsreaktion in den Blutgefäßen der Hirnhäute. Das pulsierende Blut dehnt die entzündeten Gefäßwände. Deshalb ist Migräneschmerz auch typischerweise pochend.

Die Veranlagung dafür, auf bestimmte Reize oder Überlastung mit dieser Entzündungskaskade im Gehirn zu reagieren, scheint bis zu einem gewissen Grad erblich zu sein. Aus epidemiologischen Studien weiß man, dass etwa zwei Drittel der Migränepatienten Angehörige haben, die ebenfalls unter Migräne leiden.

Viele Migränepatienten kennen Faktoren, die einen Anfall auslösen können. Diese sogenannten Trigger sind von Mensch zu Mensch verschieden. Sie reichen von Stress und Schlafentzug über Koffeinentzug bis zu hormonellen Schwankungen im Menstruationszyklus. Bei der Behandlung von Migräne kommen sowohl Medikamente also auch nicht-medikamentöse Therapien zum Einsatz.