bedeckt München 21°
vgwortpixel

KiGGS-Studie:Deutschlands Nachwuchs bei guter Gesundheit

Wenig Krankheiten, weniger Alkohol und Zigaretten: Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es gut bis bestens - den meisten zumindest. Allerdings gibt es bedenkliche soziale Unterschiede.

Den allermeisten Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es gesundheitlich gut. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Befragung im Rahmen der Gesundheitsstudie KiGGS des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI). "Erhöhte Risiken tragen vor allem Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status", sagte RKI-Präsident Reinhard Burger.

94 Prozent der befragten Eltern halten den Gesundheitszustand ihrer Kinder demnach für gut oder sehr gut. Zwar haben etwa 16 Prozent der Kinder ein chronisches Gesundheitsproblem. Doch nur jedes Fünfte von ihnen wird dadurch in seinem Leben eingeschränkt.

Allergien zählen nach wie vor zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. 9,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden aktuell an einem Heuschnupfen, sechs Prozent sind von Neurodermitis betroffen.

Bei jedem fünften Kind wurden Hinweise auf psychische Störungen festgestellt, bei insgesamt fünf Prozent wurde ADHS diagnostiziert. Die Diagnose ist in Familien mit niedrigerem Sozialstatus dreimal häufiger.

Zwölf Prozent der 11- bis 17-Jährigen in Deutschland rauchen, weniger als die Hälfte davon täglich. Damit hat sich die Raucherquote seit der letzten Befragung von 2003 bis 2006 fast halbiert. Als Grund nennen die Autoren politische Maßnahmen wie Tabaksteuererhöhungen und Nichtraucherschutzgesetze.

Auch der Alkoholkonsum ging zurück: Waren es sechs Jahre zuvor noch 63 Prozent, gaben nun 54 Prozent der Jugendlichen an, jemals Alkohol getrunken zu haben. Einen riskanten Alkoholkonsum stellten die Autoren bei etwa 15 Prozent der Heranwachsenden im Alter von 11 bis 17 Jahren fest.

Mehr als drei Viertel der 3- bis 17-Jährigen treiben regelmäßig Sport, knapp 60 Prozent sind in einem Sportverein aktiv. Allerdings folgen nur nur etwas mehr als ein Viertel der WHO-Empfehlung und sind täglich mindestens 60 Minuten körperlich aktiv. Einen Unterschied machen Alter und Sozialstatus aus: Ältere Kinder und solche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus machen seltener und weniger Sport.

Insgesamt nahmen an der Befragung zwischen 2009 und 2012 mehr als 12 000 Kinder und Jugendliche im Alter von bis zu 17 Jahren sowie Eltern teil. Vergleichswerte liefert die Erhebung von 2003 bis 2006.

© Süddeutsche.de/dpa/beu/mahu

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite